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Eichenprozessionsspinner: Hilferuf aus der Altmark

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Dramatische Szenen an einer Schule in Sachsen-Anhalt: Eine Achtjährige brach vor kurzem wegen eines allergischen Schocks zusammen und wurde ohnmächtig, ausgelöst durch die Härchen des Eichenprozessionsspinners. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde in der Altmark fordert nun endlich Hilfe vom Land und zeigte sich selbst an – mit scheinbarem Erfolg.

In der Verbandsgemeinde Seehausen ist der Eichenprozessionsspinner-Befall massiv. Foto: Stadt Seehausen

Kabinett beschließt Soforthilfen

Ein Bürgermeister, der sich wegen Körperverletzung im Amt selbst anzeigt, das gibt es nicht alle Tage. Rüdiger Kloth (CDU) entschied sich für diesen ungewöhnlichen Schritt, um die Landespolitik Sachsen-Anhalts endlich wachzurütteln. Seit Jahren hofft er auf Hilfe im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS).

Sein Plan scheint aufzugehen: Kaum war die Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stendal eingegangen, beschloss das Kabinett Soforthilfen zur Bereitstellung von Mitteln aus dem Landes-Ausgleichsstock.

Eichenprozessionsspinner hat Altmark fest im Griff

Die giftigen Raupen haben die Verbandsgemeinde Seehausen im Nordosten der Altmark im Griff. Für sie ist es mit rund 10.000 Eichen-Bäumen auf rund 400 Quadratkilometern ein wahres Paradies. Dementsprechend massiv ist der Eichenprozessionsspinner-Befall.

„Ich bekomme täglich Anrufe und Mitteilungen von Betroffenen“, so Kloth gegenüber der TASPO. Am schlimmsten hat es bisher ein achtjähriges Mädchen erwischt, das an seiner Grundschule Groß Garz zusammenbrach und ohnmächtig wurde. Die Augen der Achtjährigen schwollen an, ihre Haut juckte stark und ihre Schleimhäute waren gereizt. Insgesamt eine allergische Reaktion auf einen Kontakt mit den giftigen Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner.

Vergangene Woche hat der Finanzminister des Landes, André Schröder, mit seiner Unterschrift den Weg für die Beantragung der Finanzhilfen frei gemacht. „Wir werden mit der Absaugung aber nicht warten bis der Antrag genehmigt und gestellt ist, sondern werden umgehend Firmen beauftragen“, so Seehausens Bürgermeister.

Wanted: Strategie zur langfristigen Bekämpfung

Die Soforthilfen seien wichtig, doch noch bedeutender sei eine neue Strategie auf Landesebene zur langfristigen Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, wie Kloth sie nach eigenen Angaben seit zwei Jahren fordert. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern mehrerer Ministerien soll nun prüfen, wie hoch die Mittel zur Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung 2019 sein müssen, so die Landesregierung.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der TASPO 25/2018, die am 22. Juni erschienen ist.