Pflanzenschutz

Ergebnisse aus dem Pflanzenschutz-Kontrollprogramm 2006

Bei rund jeder vierten Verkaufsstelle von Pflanzenschutzmitteln, die im vergangenen Jahr kontrolliert wurde - das entspricht 28 Prozent der kontrollierten Betriebe - fanden die Behörden Grund zur Beanstandung. Häufigster Mangel war der Verkauf von Pflanzenschutzmitteln, deren Zulassung bereits abgelaufen war, meldet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Jahresbericht des Pflanzenschutz-Kontrollprogramms 2006. Den größten Teil der Verstöße begingen davon Händler für den Haus- und Kleingartenbereich, nur ein Drittel der Verstöße ging auf das Konto von Händlern für den Profigartenbau. Gleiches gilt auch für die kontrollierten Mittel: Hier betraf nur etwa ein Drittel der Beanstandungen Pflanzenschutzmittel für den professionellen Gebrauch. Es wurden Bußgelder bis zu 15000 Euro erteilt. Deutliche Mängel fanden die Kontrolleure auch in der Pflanzenschutzmittel-Kennzeichnung im Handel: In 10,7 Prozent der Betriebe kam es hier zu Beanstandungen. Die meisten betrafen Mittel, die schon länger auf dem Markt sind und bei denen zwischenzeitliche Änderungen in der Zulassung oder Kennzeichnung nicht umgesetzt waren. Hier gab es Bußgelder bis zu einer Höhe von 2500 Euro. 17 Prozent der kontrollierten Betriebe waren zudem ihrer Anzeigepflicht nicht nachgekommen - diese Quote lag sogar höher als im Vorjahr (13 Prozent). In den anderen Kontrollpunkten lagen die Verstöße in etwa in Höhe des Vorjahres. Zehn Prozent der kontrollierten Betriebe hatten das Selbstbedienungsverbot nicht eingehalten. Das betraf vor allem Mittel für den Haus- und Kleingartenbereich wie kombinierte Pflanzenschutz-Düngepräparate, Pflanzenstärkungsmittel und Blumenfrischhaltemittel, die ebenfalls dem Selbstbedienungsverbot unterliegen, was aber vielen Händlern nicht bekannt ist, wie das BVL betont. 6,7 Prozent zeigten Mängel bei den erforderlichen fachlichen Sachkenntnissen des Verkaufspersonals und 5,1 Prozent in der Unterrichtungspflicht. Kontrolliert haben die Behörden im Jahr 2006 insgesamt 2991 Betriebe, die mit Pflanzenschutzmitteln handeln, und 6036 landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe, die Pflanzenschutzmittel anwenden. Damit wurden im Erhebungsjahr rein rechnerisch etwa jeder dritte der rund 8300 gemeldeten Handelsbetriebe (36 Prozent) und etwas mehr als jeder hundertste der rund 420 700 landwirtschaftlichen Betriebe überprüft (1,4 Prozent), worunter auch die rund 35000 bundesweit statistisch erfassten Anbauer von gartenbaulichen Erzeugnissen (Zahl aus der Gartenbauerhebung 2005) fallen. Den kompletten Pflanzenschutz-Kontrollbericht können sich Interessierte von der Homepage des BVL unter www.bvl.bund.de/psmkontrollprogramm herunter laden.