Pflanzenschutz

EU-Fonds für Lückenindikationen: Verbände fordern Nachbesserungen

Die rechtliche Verankerung des EU-Fonds für sogenannte geringfügige Verwendungen (Lückenindikationen) fordern jetzt der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Industrieverband Agrar (IVA) und Zentralverband Gartenbau (ZVG). Damit wollen die fünf Verbände die langfristige finanzielle Absicherung des EU-Fonds erreichen. 

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) fordert im Rahmen dieser Verbändeaktion die Abgeordneten, aber auch das für Pflanzenschutz zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf, den Fonds weiter zu stützen. Neben der rechtlichen Verankerung ist es unverzichtbar, den Fonds mit weiteren Finanzmitteln auszustatten, um die Harmonisierung der Verfügbarkeit von sicheren und geeigneten Pflanzenschutzmitteln für die kleinen Kulturen maßgeblich zu verbessern.

Die geringfügigen Verwendungen betreffen hochwertige Sonderkulturen wie Obst und Gemüse, Zierpflanzen, Baumschulkulturen, Saatgutvermehrung und -produktion, aber auch die Bekämpfung von Schadorganismen in anderen Kulturen, die nur gelegentlich oder in bestimmten Gebieten erhebliche Schäden verursachen. Allein der Wert der Sonderkulturen beläuft sich auf insgesamt etwa 70 Milliarden Euro pro Jahr und entspricht somit 22 Prozent des Wertes der gesamten Produktion im Agrarsektor. Zu deren Stabilisierung ist die Kommission bereit, im Fonds jährlich 350.000 Euro zur Verfügung zu stellen, mit denen koordinierende Maßnahmen finanziert werden sollen.

Die Verbände fordern:

  • Vorlage eines Legislativvorschlags zur rechtlichen und finanziellen Absicherung des Fonds
  • umfassende Diskussion des Berichts im Europäischen Parlament
  • ausreichende Mittelausstattung des Fonds
  • Einrichtung und Pflege einer europäischen Datenbank für geringfügige Verwendungen (EU-weite Zulassungsdatenbank), Verankerung im Legislativvorschlag
  • Förderung der EU-Datenbank EUMUDA zu Lückenindikationen
  • einheitliche Definition der Kultur- und Schädlingsgruppen in der Europäischen Union und Harmonisierung der Anwendungsgebiete und Anwendungsbestimmungen.

ZVG-Präsident Jürgen Mertz betont, dass der ZVG die Vorlage des Berichts seitens der EU-Kommission begrüße. Unverzichtbar seien aber weitere Verbesserungen. Die Notwendigkeiten sehen die Betriebe in der täglichen Praxis. (ts/zvg)