Pflanzenschutz

EU-Pflanzenschutz: Wichtige Mittel verschwinden vom Markt

"Obst- und Gemüsebauern könnte es besonders hart treffen, wenn die im vergangenen Sommer von der EU-Kommission vorgelegten Vorschläge für eine neue Pflanzenschutz-Politik unverändert umgesetzt werden", erklärte Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes Agrar (IVA). Der Verordnungsentwurf der EU-Kommission soll die Pflanzenschutz-Richtlinie aus dem Jahr 1991 ablösen. Die Verordnung würde in den Mitgliedsländern direkt gelten und müsste nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden. Das wäre ein Schritt zu einer einheitlicheren Pflanzenschutz-Politik in Europa. Insgesamt stellen die Vorschläge für die Pflanzenschutz-Industrie jedoch eine "herbe Enttäuschung" dar. Zahlreichen Wirksubstanzen und viel versprechenden neuen Molekülen droht nach Aussage der IVA durch die Einführung neuer Kriterien für die Zulassung sowie einer vergleichenden Bewertung das vorzeitige Aus. Sorgen bereitet auch die Tatsache, dass sich der Schutz des geistigen Eigentums für die forschenden Unternehmen erheblich verschlechtern würde. Unter dem Stichwort Transparenz fordert die Kommission, wichtige Daten aus dem Zulassungsprozess offen zu legen. Die Kommission will Produkt-Zulassungen erst erlauben, wenn ein neuer Wirkstoff auf der Brüsseler Positivliste steht. Bisher dauert das fast fünf Jahre. Dass die Kommission ihr Ziel erreichen wird, das künftig in zwei Jahren zu erledigen, erscheint Koch-Achelpöhler nicht wahrscheinlich.

Vorläufige nationale Produkt-Zulassungen haben bisher die Wartezeit verkürzt. Diese Möglichkeit soll entfallen.