Pflanzenschutz

EU-weite Höchstwerte für Rückstände gelten jetzt

Seit 1. September gelten einheitliche europäische Rückstandshöchstmengen für Pflanzenschutzmittel. Dies betrifft besonders Gartenbauprodukte wie Gemüse und Obst. Nun sind also die Rückstandshöchstgehalte von Pflanzenschutzmitteln in und auf Lebens- und Futtermitteln in der EU rechtskräftig harmonisiert. Die entsprechenden Regelungen der jeweiligen nationalen Rückstandshöchstmengenverordnung sind seit diesem Zeitpunkt aufgehoben.

Mit den nunmehr einheitlichen Rückstandshöchstmengen wird eine zentrale Forderung des Berufsstandes im Gemüse- und Obstbau umgesetzt und Wettbewerbsverzerrungen auf diesem Gebiet abgebaut, so der Zentralverband Gartenbau (ZVG). Die einheitlichen Zulassungsbedingungen und Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel in den EU-Mitgliedstaaten seien jedoch noch immer bei Weitem nicht gegeben, gibt der ZVG zu bedenken. Hierzu laufen weiterhin Beratungen auf EU-Ebene in Brüssel, in denen Kompromissvorschläge beraten werden.

Der Industrieverband Agrar (IVA) begrüße die Harmonisierung, erklärt dazu Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler: „Sie erleichtert den Handel innerhalb der EU. Für den Verbraucher schafft sie mehr Transparenz und in allen Mitgliedstaaten ein gleichermaßen hohes Sicherheitsniveau.“ Die bislang unterschiedlichen Werte innerhalb der EU führten immer wieder dazu, dass Ware zwar im Erzeugerland den Vorschriften entsprach, in Nachbarländern aber die dort erlaubten Höchstgehalte überschreiten konnte. „Das hatte viele negative Schlagzeilen zur Folge und verunsicherte die Verbraucher. Das tatsächliche Risiko stand dazu in keinem Verhältnis“, erläutert Koch-Achelpöhler. Denn gesetzliche Rückstandshöchstgehalte sind keine gesundheitsrelevanten Grenzwerte. Sie liegen weit unterhalb einer Konzentration, die für Menschen als sicher gilt, so der IVA.

Die neuen Werte können niedriger sein als die bisherigen nationalen Höchstgehalte. Sie können aber auch darüber liegen, meist dann, wenn zuvor keine nationale Höchstmenge bestanden hatte. „ Aber alle neuen Höchstgehalte wurden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gemeinsam mit den nationalen Behörden umfassend geprüft“, so Koch-Achelpöhler. „Die Verbraucher können darauf vertrauen, dass Lebensmittel in Europa so sicher sind wie eh und je.“ Die Wissenschaftler haben bei der Festlegung der neuen Rückstandshöchstgehalte die sehr unterschiedlichen Verzehrgewohnheiten in den EU Mitgliedsstaaten berücksichtigt. Und die besonderen Bedürfnisse von Kindern und anderen sensiblen Bevölkerungsgruppen spielten eine wichtige Rolle. Das strenge deutsche Bewertungsverfahren ist Bestandteil der Europäischen Höchstmengen-Festsetzung. Damit bleibe das hohe Schutzniveau für den deutschen Verbraucher erhalten. Die neuen Höchstgehalte änderten auch nichts an den bestehenden Anwendungsvorschriften für Pflanzenschutzmittel. Dagegen warnt Greenpeace, dass die deutschen Grenzwerte durch meist höhere EU-Werte ersetzt werden, die wiederum gefährlich für Kinder sind. Die Verordnung ist im Internet unter eurlex.europa.eu/LexUriServ/ LexUrServ.do?uri=OJ:L:2008:058:0001:0398:DE:PDF abrufbar.