EU will Glyphosat weitere zehn Jahre genehmigen

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Glyphosat wird unter anderem zur Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft eingesetzt. Foto: Pixabay

Wenn es nach der EU-Kommission geht, soll der Einsatz von Glyphosat für weitere zehn Jahre erlaubt bleiben. Zumindest ist die Behörde Medienberichten zufolge heute einem Vorschlag von EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis gefolgt, mit den Mitgliedstaaten diesbezüglich Gespräche aufzunehmen.

EU-Mitglieder können Glyphosat auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet verbieten

Gleichzeitig, so der Hinweis aus Brüssel, können die EU-Mitglieder von ihrem Recht Gebrauch machen, Pflanzenschutzmittel mit dem umstrittenen Wirkstoff auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu verbieten. Denn nach wie vor herrschen in der Europäischen Union geteilte Meinungen über Glyphosat und dessen weitere Zulassung.

Während etwa der EU-Agrarkommissar Phil Hogan die uneingeschränkte Anwendung des Herbizids sowohl für Landwirte als auch für Hobbygärtner befürwortet, appellierte der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner laut Medienberichten an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, dem jüngsten Kommissionsvorschlag nicht zuzustimmen.

EU-Kommission beruft sich auf Glyphosat-Einstufung der ECHA

Die EU-Kommission wiederum beruft sich auf die im März veröffentlichten Erkenntnisse der Europäischen Chemikalienagentur ECHA, die Glyphosat weder als krebserregend, erbgutschädigend noch die Fortpflanzung gefährdend eingestuft hatte.

Wie die EU-Kommission Medienberichten zufolge noch einmal hervorhob, will sie gemeinsam mit den Mitgliedstaaten eine Lösung finden, die „ein hohes Niveau des Schutzes der menschlichen Gesundheit und der Umwelt garantiert“.

 

Kommentare (1)

  1. Roberta am 18.05.2017
    Unglaublich: In der BfR Pestizidkommission, die Glyphosat als harmlos einstufen, sind 3 der 13 Experten hochrangige Mitarbeiter der Glyphosathersteller BAYER und BASF. Das ist so wissenschaftlich, als wenn die Ingenieure von AUDI und PORSCHE, den VW Abgasskandal untersuchen würden. 


    http://www.bfr.bund.de/de/mitglieder_der_bfr_kommission_fuer_pflanzenschutzmittel_und_ihre_rueckstaende-189320.html

    
Der Leiter der ECHA Kommission ist freier Chemieberater, der normalerweise für die Chemiekonzerne und Glyphosathersteller arbeitet.


    https://www.global2000.at/glyphosat-echa-entscheidung-ignoriert-wissenschaftliche-fakten

    Und daher hat die ECHA, wie das BfR, auch nur die geheimen Glyphosatstudien der Hersteller für ihre Bewertung herangezogen. 

Obwohl 100 Studien, die nicht von Monsanto erstellt oder finanziert wurden, belegen, dass Glyphosat DNA-, Zell-, Leber-, Hormone, Nieren-, Darmbakterien und das Autoimmunsystem schädigt und krebserregend ist:

    http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

    
Auch der 119. Deutschen Ärztetag hat sich geschlossen für ein Verbot von Glyphosat in einem Brief an Frau Merkel ausgesprochen. Zitat: "Glyphosat (...) DNA- und chromosomale Defekte in menschlichen Zellen verursacht". Und „ Für gentoxische Effekte besteht nach derzeitiger wissenschaftlicher Meinung kein unschädlicher Schwellenwert.“, wie hier in der Pressemeldung steht:

    http://www.presseportal.de/pm/9062/3337906

    


Monsanto wird gerade in den USA von über 1000 Geschädigten, vor allem Landwirte, verklagt, die wahrscheinlich durch Glyphosat das Non Hodgkin Lymphom bekommen haben, verschiedene tödliche Tumorarten.

    In diesem Gerichtsprozess wurden auch interne Email von Monsanto veröffentlicht, die belegen, dass Monsanto die Studien selber erstellt, und dann externe Wissenschaftler, wie den deutschen Prof Greim oder die US Wissenschaftler Kier, Kirkland, Williams, Kroes und Munro… nur noch dafür bezahlt hat, dass sie diese unterschreiben und als ihre ausgeben.

    
Die leitende Monsanto Toxikologin, Dr. Donna Farmer, hatte zudem 2009 in einer offiziellen E-Mail zugegeben, dass sie nicht sagen kann, ob Roundup Krebs erzeugt, da sie das nie untersucht hätten.
    Das alles hat die Süddeutsche hier dokumentiert.


    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umstrittene-chemikalie-wie-monsanto-hinter-den-kulissen-agiert-1.3445002

    Daher ist die Verlängerung von Glyphosat ein krimineller Skandal, auf Kosten der Gesundheit von über 500 Mio EU Bürgern zugunsten der Milliardengewinne der Chemiekonzerne, die nicht nur mit Glyphosat Milliarden verdienen sondern vor allem mit den Medikamenten gegen die Folgen.

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