Experten diskutieren „Pflanzenschutzmittel-Zulassung 2030“

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Eines der Schwerpunkt-Themen des Projekts ist, auch in Zukunft ausreichende Pflanzenschutz-Maßnahmen für den integrierten und ökologischen Anbau verfügbar zu machen. Foto: maxmann/Pixabay

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veranstaltete am 24. Februar einen virtuellen Workshop zur „Pflanzenschutzmittel-Zulassung 2030“. Dabei diskutierten Experten, wie die Prozesse der Pflanzenschutzmittel-Zulassungen in Zukunft weiterentwickelt werden können.

Workshop als Auftakt vertiefter Diskussionen

„Die Zulassung von für Menschen, Tiere und die Umwelt sicheren und wirksamen Pflanzenschutzmitteln wird auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, um unsere Ernährung zu sichern“, ist BVL-Präsident Friedel Cramer überzeugt – ob in der Landwirtschaft oder im Gartenbau, im konventionellen, integrierten oder biologischen Anbau. Das BVL lud deshalb am 24. Februar zu einem virtuellen Workshop, der den Auftakt vertiefter Diskussionen zu den Herausforderungen bei der rechtssicheren und transparenten Zulassung von Pflanzenschutzmitteln bilden sollte.

Teilnehmer des Workshops waren Fachleute des Bundeslandwirtschaftsministeriums, des Bundesumweltministeriums, der Pflanzenschutzdienste einiger Bundesländer, der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), des Industrieverbands Agrar (IVA), der International Biocontrol Manufacturers Association (IBMA), der Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau/Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (Föko/BÖLW), des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) sowie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), des Julius Kühn-Instituts (JKI) und des Umweltbundesamts (UBA).

Ziel: Verfahren für Pflanzenschutzmittel-Zulassung effektiv gestalten

Von den Fachleuten wurden laut BVL Themen festgelegt, für die im weiteren Verlauf in Arbeitsgruppen Konzepte erarbeitet werden sollen, um die Verfahren für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln – im Rahmen der bestehenden rechtlichen Vorgaben – an neue Entwicklungen und Produkte anzupassen. „In den nächsten zwei Jahren werden wir zu Folgeveranstaltungen einladen und die Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppen erörtern“, so Cramer mit Blick auf die nächsten Schritte. Ziel dabei sei es, die Pflanzenschutzmittel-Zulassung so effektiv zu gestalten, dass auch zukünftig der Schutz von Kulturpflanzen und damit eine ausreichende Lebensmittelproduktion gewährleistet sowie gleichzeitig Nebenwirkungen für Umwelt und Gesundheit verhindert werden, informiert das BVL.

Ergebnisse und Handlungsempfehlungen Anfang 2024

In dem Projekt sollen demnach die folgenden Schwerpunkt-Themen bearbeitet werden:

  • Zulassungsstandort Deutschland verbessern
  • ausreichende Pflanzenschutz-Maßnahmen für integrierten und ökologischen Anbau verfügbar machen, wobei die spezifischen Bedingungen in beiden Bereichen herausgearbeitet werden
  • Zulassungen fit für die Berücksichtigung digitaler Anwendungstechniken machen
  • Risikomanagement – insbesondere Anwendungen und Anwendungsbestimmungen – neu strukturieren und differenziert, aber verständlich gestalten
  • Bereitstellung wichtiger Zulassungsinformationen für die Anwendenden mit modernsten Kommunikationsmitteln für das wirksame und sichere Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln

Darüber hinaus soll laut BVL ein Konzept für die Sammlung, Erfassung in Datenbanken sowie Analyse wichtiger Informationen aus der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erstellt werden, insbesondere um Rückschlüsse auf die Qualität der Zulassungen ziehen zu können. Die wesentlichen Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sollen dem BVL zufolge Anfang 2024 vorgestellt werden.