Pflanzenschutz

Feuerbrand: Hoffnungsträger Antinfek

Auf der Fachmesse Fruchtwelt Bodensee in Friedrichshafen von 19. bis 21. Februar 2010 ist der Feuerbrand ein Thema. Wie die Veranstalter berichten, werden erstmals aktuelle Forschungsergebnisse aus dem länderübergreifenden EU-Projekt "Interreg IV" im Kampf gegen den Feuerbrand in einem Vortragsprogramm und einer Podiumsdiskussion am 20. Februar (ab 14 Uhr) präsentiert. Gerade im Bodenseeraum, der europaweit als bedeutsames Zentrum des Tafelobstanbaus gilt, habe der Feuerbrand in den vergangenen Jahren enorme Schäden verursacht. Zur Eindämmung wird derzeit das Antibiotikum Streptomycin verwendet. "Nach heutigem Kenntnisstand existieren keine dauerhaft heilenden Pflanzenschutzmittel gegen den Feuerbrand", so Manfred Büchele, Geschäftsführer vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee mit Sitz in Ravensburg in der Pressemitteilung.

Doch es gibt Hoffnung - dank dem EU-Projekt "Interreg IV" in dem 13 Forschungsinstitute aus den Bodenseeanrainerstaaten Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein gemeinsam gegen den Feuerbrand vorgehen. "Wir haben erste Erfolge mit Antinfek, einem Desinfektionsmittel, das normalerweise an Oberflächen im Lebensmittelbereich eingesetzt wird", erzählt Büchele. "Das Mittel hat quasi die gleiche Wirksamkeit wie Streptomycin." Es führe auch nicht zur Berostung an der Blüte, was dann wiederum bei der Frucht dunkle Punkte hinterlässt und die Qualität mindert. Ob Antinfek auch keine Sekundärprobleme bereitet wie Streptomycin müsse sich erst noch zeigen. Besonders die Antibiotika-Rückstände im Honig haben bei den Verbrauchern in den vergangenen Jahren für Verunsicherung gesorgt, obwohl die Bedenken fachlich nicht begründet sind. "Die ersten Tests lassen hoffen, deshalb gehen wir davon aus, dass Antinfek nach eingehender Prüfung auch im Freiland in wenigen Jahren als Pflanzenschutzmittel zugelassen wird", meint Büchele.