Feuerbrand-resistente Birnen: neue Impulse für die Züchtung

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Die Birnensorte ʻConferenceʼ gehört zu den meistangebauten in Deutschland und gilt laut JKI als hochanfällig für Feuerbrand. Foto: Green Solutions

Feuerbrand kann in Baumschulen und Obstplantagen großen Schaden anrichten und gilt etwa im Birnenanbau als bedeutendste Pflanzenkrankheit. Um der Züchtung von widerstandsfähigen Sorten neue Impulse zu verleihen, ist jetzt das Forschungsprojekt FeuResBir gestartet.

Viele Birnensorten hochanfällig für Feuerbrand-Bakterium

Feuerbrand gilt unter anderem im Birnenanbau als gravierende Krankheit und kann zu existenzbedrohenden Ertragseinbußen und sogar zum Absterben befallener Bäume führen. Das Problem: Dem Julius Kühn-Institut (JKI) zufolge kann der Bedarf an Birnen – egal, ob aus konventionellem oder ökologischen Anbau – aktuell nicht aus heimischer Produktion gedeckt werden, da gerade die hierzulande meistangebauten Birnensorten wie ʻAlexander Lucasʼ, ʻConferenceʼ, ʻWilliams Christʼ, ʻKöstliche von Charneuxʼ oder ʻClapps Lieblingʼ dem Feuerbrand-Erreger Erwinia amylovora nichts entgegenzusetzen hätten. Sie alle seien hochanfällig für das in der EU als sogenannter regulierter Nichtquarantäneschadorganismus (RNQP) eingestufte Bakterium.

Hoffnung ruht auf neuen, resistenten Sorten

Da die Krankheit laut Dr. Andreas Peil, der am JKI Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Dresden-Pillnitz als Züchter arbeitet, nicht oder nur sehr unzureichend mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden könne, seien derzeit regelmäßige Kontrollen von Birnenanlagen und benachbarten Wirtspflanzen, sowie das Entfernen beziehungsweise der radikale Rückschnitt befallener Bäume die einzige Möglichkeit, den Krankheitserreger in Schach zu halten. Die Obstanbauer würden deshalb große Hoffnungen auf neue, widerstandsfähige Sorten setzen, berichtet Peil.

Forschungsprojekt FeuResBir soll Vorarbeit für Züchtung leisten

Genau hier setzt laut JKI das neue Forschungsprojekt FeuResBir an, das wichtige Vorarbeit leisten soll, um der Züchtung Feuerbrand-resistenter Birnensorten für den heimischen Anbau neue Impulse zu verleihen. „Während beim Apfel in verschiedenen Züchtungsprogrammen die Resistenzmechanismen gegenüber dem Feuerbrandbakterium intensiv erforscht werden, sind die internationalen Bemühungen bei Birne sehr eingeschränkt“, erklärt Peil, der das neue, vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanzierte und über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträger geförderte Forschungsprojekt initiiert habe.

Untersuchung genetischer Ressourcen bei Birne und Pyrus-Wildarten

Bearbeitet wird FeuResBir den Angaben zufolge vom JKI-Institut für Züchtungsforschung an Obst. Kooperationspartner der Dresdener Züchtungsforscher sind demnach die Bayerische Obstzentrums GmbH, die Stiftung Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee, das spanische Institute of Agrifood, Research and Technology (IRTA) sowie Plant & Food Research (PFR) aus Neuseeland. Innerhalb des JKI seien die Fachinstitute für Pflanzenschutz im Obst- und Weinbau in Dossenheim sowie das Quedlinburger Fachinstitut für Resistenzforschung und Stresstoleranz an dem Forschungsprojekt beteiligt. Gemeinsam wollen sie die genetischen Ressourcen bei Birne und Pyrus-Wildarten darauf untersuchen, ob sie Resistenzen in sich tragen, welche Gene an der Krankheitsabwehr beteiligt sind und wie diese vererbt werden, damit sie sich für die Sortenzüchtung nutzen lassen.

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