Feuerbrand: zahlreiche kranke Gehölze in Bayern gemeldet

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

In Bayern wurden bereits zahlreiche Fälle von Feuerbrand gemeldet, so wie hier in einer Erwerbsobstanlage. Foto: Eva Satl/LfL

Nachdem Anfang August bereits über zahlreiche Feuerbrand-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern berichtet wurde, meldet jetzt auch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) das vermehrte Auftreten der laut Feuerbrandverordnung meldepflichtigen Pflanzenkrankheit.

LfL: 2022 ein Feuerbrandjahr

Bereits im Juni habe es erste Meldungen von Feuerbrand-Fällen vor allem in Nordbayern gegeben, berichtet die LfL. Zahlreiche erkrankte Gehölze wurden demnach unter anderem aus Franken angezeigt, aber auch im Süden und Osten Bayerns seien zu diesem Zeitpunkt bereits viele Feuerbrand-Verdachtsfälle nachgewiesen und bestätigt worden. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft kommt deshalb zu dem Schluss, dass das Jahr 2022 ein Feuerbrandjahr wird.

Auftreten von Feuerbrand meldepflichtig

Aufgrund der bereits zahlreichen Fälle seien deshalb alle Städte und Gemeinden, Fachberater sowie Gartenbesitzer aufgefordert, ihre Kernobst-Bestände sorgfältig zu beobachten und ein Auftreten der Pflanzenkrankheit zu melden – entweder direkt an die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz, oder an die zuständige Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege an den Landratsämtern. „Nur ein früh erkannter Befall an einzelnen Bäumen kann ein Übergreifen zum Beispiel auf kommerzielle Bestände und Obstanlagen verhindern“, so die LfL.

Als besonders anfällig habe sich, unter anderem aufgrund ihrer späten Blütezeit, wiederholt die Quitte erwiesen. Daneben werden auch die Kultur- und Zierformen von Apfel und Birne zum großen Kreis der Wirtspflanzen gezählt, ebenso wie Weiß-, Rot- und Feuerdorn, Vogel- und Mehlbeere, Zwergmispel und Felsenbirne.

Genaue Diagnose nur im Labor möglich

Als typische Merkmale der durch das Bakterium Erwinia amylovora ausgelösten Feuerbrandkrankheit nennt die LfL dunkelbraun bis schwarz verfärbte und absterbende Triebe, wobei sowohl Laub- als auch blühende Triebe betroffen sein können. Im Verlauf der Infektion vertrocknen Triebe, Blätter und Blüten, bis sie schließlich „verbrannt“ aussehen. Eine genaue Diagnose sei nur mit Hilfe spezieller Testverfahren im Labor möglich, so die LfL.

Bekämpfung von Feuerbrand durch Schnitt und Rodung

Da zur Bekämpfung von Feuerbrand keine Pflanzenschutzmittel zugelassen sind, bleiben laut LfL nach wie vor nur Schnitt- und Rodungsmaßnahmen – unabhängig davon, ob die Pflanzenkrankheit in Streuobstanlagen, der freien Feldflur oder im Haus- und Kleingarten aufgetreten sei. Im Streuobstanbau müssten stark befallene Bäume gerodet werden, um in den betroffenen Anlagen den Infektionsdruck zu senken. Schwach befallene Bäume könnten dagegen durch Pflegemaßnahmen behandelt werden. Schnittgut soll über den Restmüll entsorgt werden oder, falls möglich, an Ort und Stelle verbrannt werden.

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