Fipronil: BASF lässt Zulassung im Pflanzenschutz auslaufen

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In Deutschland ist Fipronil zwar als Biozid etwa gegen Ameisen zugelassen, nicht aber als Pflanzenschutzmittel im Gartenbau. Foto: Pixabay

Fipronil ist derzeit in aller Munde. Als Pflanzenschutzmittel könnte dem Insektengift jetzt das Aus bevorstehen: Medienberichten zufolge will der BASF-Konzern, der die Rechte an dem Wirkstoff besitzt, die EU-Zulassung zum 30. September auslaufen lassen. Mit dem Skandal um Fipronil-belastete Eier habe diese Entscheidung allerdings nichts zu tun.

Wie eine Sprecherin von BASF gegenüber der Deutschen Presseagentur äußerte, seien allein wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend dafür, die EU-Zulassung für Fipronil als Pflanzenschutzmittel nicht verlängern zu lassen. Als Biozid in Produkten gegen Ameisen, Kakerlaken und Termiten will der Chemiekonzern den Wirkstoff jedoch weiterhin vertreiben.

Fipronil in Deutschland nur als Biozid zugelassen

In Deutschland ist Fipronil generell nur als Biozid etwa in Ameisenködern zugelassen, wie Rainer Wilke, Spezialberatung Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau, auf Anfrage von TASPO Online erklärt. „Eine Anwendung als Pflanzenschutzmittel war in Deutschland nie zugelassen. Somit wurde und wird es auch im Gartenbau in Deutschland nicht angewendet“, so Wilke.

In anderen EU-Staaten hat das gegen saugende Insekten wirkende Fipronil dagegen auch die Zulassung als Pflanzenschutzmittel, so etwa in den Niederlanden. „Dort besteht die Zulassung allerdings nur zur Saatgutbehandlung bestimmter nicht blühender Gemüsearten, damit Bienen dabei nicht getroffen werden“, so Wilke gegenüber TASPO Online.

Im Zusammenhang mit dem Schutz von Bienen und anderen Bestäubern stand Fipronil bereits in den vergangenen Jahren – zusammen mit anderen potenziell bienengefährlichen Wirkstoffen – in der Diskussion.

Fipronil im Maßnahmenkatalog der Branchenverbände enthalten

Unter anderem als Reaktion auf eine 2014 von Greenpeace veröffentlichte Studie zu bienenschädlichen Pestiziden in Gartenpflanzen auf dem europäischen Markt hatten der Zentralverband Gartenbau (ZVG), der Industrieverband Garten (IVG) und der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) in Kooperation mit dem Verband Deutscher Garten-Center (VDG), Fleuroselect und dem Industrieverband Agrar (IVA) im April 2015 einen Maßnahmenkatalog zum Bienenschutz veröffentlicht.

Eine der Empfehlungen darin lautete, ab 1. Januar 2016 bei der Jung- und Zierpflanzenproduktion auf den Einsatz der Wirkstoffe Imidacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin, Chlorpyrifos, Cypermethrin, Deltamethrin und Fipronil zu verzichten. Die genannten Wirkstoffe sollten außerdem nicht mehr in den Mutterpflanzen-Erzeugerbetrieben für Beet- und Balkonpflanzen in Drittländern außerhalb der EU zum Einsatz kommen.

Toxizität von Fipronil gegenüber Bienen und Menschen

„Die Toxizität gegenüber zum Beispiel Bienen und Menschen wird bei den zuständigen Behörden ausführlich untersucht und danach werden die Grenzwerte festgelegt beziehungsweise Auflagen zur Anwendung erteilt, um eine Gefährdung von Mensch und Tier bei sachgemäßen Gebrauch auszuschließen“, erklärt Wilke im Hinblick auf die Gefährlichkeit von Fipronil gegenüber TASPO Online.

In Deutschland sind derzeit verschiedene Biozid-Produkte mit dem Wirkstoff Fipronil auf dem Markt, darunter Fliegen-, Insekten- und Ameisenköder.

 

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