Fleischfressende Pflanzen vom Aussterben bedroht

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Duch die Einflüsse von Menschen werden die Lebensräume fleischfressender Pflanzen bedroht. Foto: Robinson/Krueger/Fleischmann

Ein internationales Forscherteam der Botanischen Staatssammlung München (SNSB-BSM) hat eine Rote-Liste erstellt die Bedrohungen für alle bekannten 860 Arten von fleischfressenden Pflanzen zusammengestellt. Demnach sei rund ein Viertel aller fleischfressenden Pflanzen weltweit vom Aussterben bedroht.

100 Prozent aller bekannten fleischfressenden Pflanzen erfasst

Die Wissenschaftler aus Australien, Brasilien und Deutschland haben alle bekannten 860 Arten von fleischfressenden Pflanzen nach den Rote-Liste-Kategorien der Internationalen Artenschutzkommission (IUCN) für bedrohte Arten klassifiziert und die Verbreitungsgebiete und Lebensräume der Pflanzen flächenmäßig erfasst. „Durch unsere Arbeit konnten wir 100% aller weltweit bekannten fleischfressenden Pflanzen zusammen mit ihrem Rote-Liste-Naturschutzstatus erfassen“, erklärt Dr. Andreas Fleischmann, Botaniker an der SNSB-BSM. „Diese Quote ist besonders erfreulich, da wir den Gefährdungsstatus bei den weltweit bekannten ca. 300.000 Blütenpflanzen nur von etwa 10% kennen.“

Lebensräume von fleischfressenden Pflanzen gefährdet

Ihr natürlicher Lebensraum kann ein sehr nährstoffarmer Boden sein, da die fleischliche Beikost als Zusatznahrung genutzt wird. Fürs Überleben seien die Pflanzen auf solche nährstoffarmen, sauberen und zumeist nassen Standorte angewiesen, wie Moore, saubere Quellbäche, nährstoffarme Gewässer, tropische Regenwälder oder auch nasse Felsen. Allerdings wird ihr Lebensraum durch menschengemachte Einflüsse wie Klimawandel, Lebensraumzerstörung und Umweltverschmutzung immer mehr zerstört. Flächenverbrauch durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und Bauvorhaben stellen demnach die größten Bedrohungen dar. Auch extreme Hitze- und Dürreperioden machen den Pflanzen zu schaffen. „Fleischfressende Pflanzen können nur auf nährstoffarmen Böden wachsen. Werden diese gedüngt, zum Beispiel mit Stickstoff, sterben diese Nährstoffspezialisten dort aus. Ein Problem ist die flächenweite Überdüngung der Landschaft mit Stickstoff aus der Luft, wie er aus Stäuben von Industrie, Verkehr und Landwirtschaft stammt“, so Fleischmann.

25 Prozent aller fleischfressenden Pflanzen bedroht

„Unsere Studie hat gezeigt, dass etwa 25% aller bekannten fleischfressenden Pflanzen heute ein erhöhtes Aussterberisiko haben. Nach Ländern geordnet finden sich heute die meisten vom Aussterben bedrohten fleischfressenden Pflanzen in Brasilien, gefolgt von Indonesien, den Philippinen, Kuba, Thailand und Australien. Diese Länder tragen eine besondere Verantwortung für den Erhalt der globalen Artenvielfalt von fleischfressenden Pflanzen. Hier handelt es sich vor allem um Arten, die meist nur in einem kleinen Gebiet in diesen jeweiligen Ländern vorkommen“, erklärt Dr. Adam Cross von der Curtin Universität in Westaustralien.

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