Pflanzenschutz

Gartenbau: innovative Pflanzenschutz-Projekte gesucht

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„Innovationen für einen nicht-chemischen Pflanzenschutz im Gartenbau“ sucht aktuell das Bundeslandwirtschaftsministerium. Über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträger soll die Forschung an und Entwicklung von neuen Pflanzenschutz-Verfahren gefördert werden. Bewerbungen sind bis spätestens 4. Dezember möglich.

Die Gesellschaft wünscht sich zunehmend Alternativen zu chemisch-synthetischem Pflanzenschutz in der Gartenbau-Produktion. Foto: Daniela Sickinger

Gesellschaft fordert reduzierten Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel

Den Anstoß für die Förderinitiative – deren Ziel es ist, neue Pflanzenschutz-Verfahren erfolgreich in die gartenbauliche Praxis einzuführen – gaben die zunehmenden Forderungen der Gesellschaft nach einem drastisch reduzierten Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in der gartenbaulichen Produktion. Praxisgerechte Alternativen sind derzeit aber oft noch Mangelware.

Im Fokus des Projekts stehen alternative Pflanzenschutz-Verfahren und -strategien, wie die BLE bekannt gibt. Gefördert werden in diesem Zusammenhang unter anderem die Weiterentwicklung praxistauglicher Diagnose-, Monitoring- und Prognose-Systeme, die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel mit geringem Risiko sowie Pflanzenstärkungsmittel, der Einsatz biologischer und biotechnologischer Pflanzenschutz-Verfahren sowie die Bereitstellung neuer Strategien zur Risikominderung im Pflanzenschutz.

Neue Pflanzenschutz-Verfahren für konventionellen und ökologischen Gartenbau gesucht

Maßgabe ist, Verfahren zu entwickeln und zu erproben, die sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Gartenbau Anwendung finden, erklärt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Und zwar für pflanzliche Kulturen im geschützten sowie Freilandanbau aus den Bereichen Obstbau, Baumschule, Gemüsebau, Stauden und Zierpflanzen sowie Pflanzen zur Verwendung auf Flächen für das öffentliche Grün.

Innovative Projektideen zum Pflanzenschutz im Gartenbau sollen im Zuge der Initiative über zwei Module gefördert werden. Modul A (Innovationsprogramm des Bundeslandwirtschaftsministeriums) unterstützt technische und nicht-technische Neuerungen, wobei die Anwendungs- und Marktorientierung im Vordergrund stehen sollen. „Die Förderung zielt auf einen umweltschonenden und fortschrittlichen Pflanzenschutz im Gartenbau ab und soll zur Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Gartenbau-Sektors beitragen“, heißt es dazu.

Dem Modul B (BMEL-Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft) werden dagegen die Entwicklung und Verbesserung neuer Strategien für den Pflanzenschutz im ökologischen Gartenbau sowie andere Formen nachhaltiger Landbewirtschaftung zugeordnet. Förderfähig außer dem genannten Schwerpunkt sind hier außerdem grundlagen- und entwicklungsorientierte Forschungsprojekte sowie praxisorientierte Projektansätze, welche zum Ziel haben, die Rahmenbedingungen für die Anwendung von nicht-chemischen Pflanzenschutz im Gartenbau zu verbessern.

Projektideen sollen umweltschonenden und zukunftsträchtigen Pflanzenschutz vorantreiben

Die Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sollen den Zielen des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) entsprechen und einen umweltschonenden und zukunftsträchtigen Pflanzenschutz vorantreiben. Zur Einreichung innovativer Projektideen ausdrücklich aufgerufen sind insbesondere Forschungsverbünde mit modellhaftem Charakter oder Bewerber, die sich einen effizienten Wissenstransfer von Forschungsergebnissen in gärtnerische Betriebe zur Aufgabe machen wollen.

Entsprechende Projektskizzen zum Thema „Innovationen für einen nicht-chemischen Pflanzenschutz im Gartenbau“ sind bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bis zum 4. Dezember einzureichen.