Pflanzenschutz

Gefährliche Bockkäfer in Verpackungsholz entdeckt – Was tun?

Zum Thema Bockkäfer in Verpackungsholz gab es in den Niederlanden und Großbritannien frische Funde, auch von Bockkäfern, für die es noch keine EU-Regeln gibt. Stein des Anstoßes sind dabei Naturstein-Importe aus Asien. 

Außerdem scheint beim Verpackungsholz laut Horti-News vom 18. April 2012 der Befall intensiver zu werden. Die TASPO sprach darüber mit Dr. Thomas Schröder vom Julius Kühn-Institut Braunschweig.

Wie sind Einfallstore zu schließen, worauf sollte ein Bezieher von Natursteinen aus Asien achten?

Für Verpackungsholz regelt der ISPM 15 (International Standards for Phytosanitary Measures) die Einfuhrvorschriften. Es besteht die Anforderung, dass Importe befallsfrei sein müssen, ohne dass bestimmte Organismen separat geregelt werden. Kontrollen finden im einstelligen Prozentbereich statt, das ist weltweit aufgrund der Dimension nicht anders machbar. 90 Prozent der Container enthalten Verpackungsholz. Wenn Exporteure die Einfuhrvorschriften nicht richtig umsetzen, können solche Funde vorkommen.

Hiesige Abnehmer können und sollten das privatrechtlich mit den chinesischen Lieferanten regeln, wenn etwas auffällt und nicht in Ordnung ist und den Pflanzenschutzdienst informieren. Die chinesischen Betriebe sind wie in anderen Ländern auch alle registriert. Es lässt sich über den chinesischen Pflanzenschutzdienst rückverfolgen, wer die Palette behandelt hat. In der EU zugelassen ist eine Hitzebehandlung (gekennzeichnet mit HT), nur noch außerhalb der EU ist eine Begasung mit Methylbromid möglich, die so behandelten Verpackungen dürfen aber in die EU eingeführt werden.

Wird die Situation im allgemeinen schlechter?

Auf China bezogen ja. Auch bei uns gab es von dort vermehrte Beanstandungen. Im Vergleich zur Situation von vor zehn Jahren, als es noch keine ISPM Registrierung gab, hat sich die Situation in der Summe aber gebessert trotz erheblicher Zunahmen des Handelsvolumens.

Gibt es Zertifikate, die mir sagen, dass das Holz in Ordnung ist?

Die Zertifikate sollten eigentlich die Markierungsstempel sein, die ISPM Nummer auf der Verpackung. Damit ist gesichert, dass die Betriebe regelmäßig kontrolliert werden.

Gibt es Unterschiede bei den Verpackungen?

Mehrwegverpackungen sind in der Qualität höher und schon deshalb nicht so risikoreich für einen Schädlingsbefall. Wir haben eine Risikowarenliste, sie ist Bestandteil der Pflanzenbeschauverordnung. Die Risikowaren müssen beim Zoll angemeldet werden und werden schärfer kontrolliert. Granitsteine sind in der Liste ganz oben dabei. (rve)

Weitere Hintergrundinfos von den beiden Experten Dr. Thomas Schröder und Dr. Ernst Pfeilstetter (Julius Kühn-Institut) lesen Sie in unserem großen Bockkäfer-Special auf den Seiten 10 und 11 in der aktuellen TASPO Ausgabe 17/2012.