Pflanzenschutz

Gefrässige Quarantäneschädlinge: Mallorca bald ohne Palmen?

Die Palmen gehören zu Mallorca wie die Sonne und das Meer. Aber wie lange noch? Bereits seit einigen Jahren stoßen die Palmen immer häufiger ihre Wedel ab, meldet der Industrieverband Agrar (IVA). Schuld daran sei der Palmenrüssler (Rhynchophorus ferrugineus), der seit 2006 sein Unwesen in Mallorcas Palmen treibt. Ein wirksames Gegenmittel gibt es laut IVA noch nicht. 

Mallorcas Palmen werden vom Palmenrüssler bedroht. Foto: schnupsel/Fotolia.com

Der ursprünglich aus Südostasien stammende Palmenrüssler sei schwer zu fassen. Denn nicht die adulten Käfer, sondern die bis zu fünf Zentimeter großen Larven richten laut IVA den Schaden an. Die Weibchen legen ihre Eier in die Kronen der Palmen. Von dort fressen sich die Larven in das Innere der Palme und fressen sie von innen auf. Damit zerstören sie deren Wachstumsmöglichkeiten. Die Schäden sind erst zu erkennen, wenn die Palmwedel braun werden. Dann ist es für eine Bekämpfung bereits zu spät.

Der als Quarantäneschädling eingestufte Palmenrüssler widersteht bislang den vielfältigen Bekämpfungsmöglichkeiten. Das liege auch daran, dass spezielle Ausrüstungen nötig seien, um den Befall in den hohen Palmen möglichst früh zu erkennen und zu behandeln, so der IVA. Weder hätten Insektizide in ausreichendem Maße gewirkt noch war die Bekämpfung mit natürlichen Feinden erfolgreich.

Fachleute versuchen derzeit, die Käfer mit Pheromonen anzulocken, um ihre Ausbreitung zu verhindern. Außerdem werden die Palmen mit sensiblen Mikrophonen abgehört, um anhand der Fressgeräusche der Larven Befälle zu erkennen. Als einzig wirklich wirksame, aber radikale Maßnahme habe sich bislang das Fällen und Verbrennen der Palmen erwiesen. Allerdings töte diese Maßnahme laut IVA nur die Larven, nicht aber die flugfähigen Käfer.

Der Käfer selbst ist zwei bis drei Zentimeter groß und falle durch seine rote Färbung auf. Ursprünglich stammt der Palmenrüssler aus Südostasien, wo er in den 1980er- und 1990er-Jahren wütete und anschließend nach Afrika wanderte. Vermutlich über Handel und Transport gelangte er von dort aus an die Mittelmeerküsten. Dort befiel der Schädling zunächst die Palmen auf dem spanischen Festland und in Italien. Von da reiste er weiter auf die Inseln. Er befällt fast alle Palmenarten, vor allem die Kanarischen Dattelpalmen. (ts/iva)