Pflanzenschutz

Gemüseanbauer sind in Sorge - Vorstandssitzung der Fachgruppe Gemüsebau zur Fruit Logistica

Unter anderem um die EU Pflanzenschutzpolitik ging es bei der Vorstandssitzung der Bundesfachgruppe Obst und Gemüsebau im Bundesausschuss Obst und Gemüse zur Eröffnung der diesjährigen Fruit Logistica in Berlin.

Die Vorstandsmitglieder begrüßten in weiten Teilen die Entscheidung des EU-Parlaments zum Pflanzenschutzpaket vom 13. Januar, berichtet dazu der Zentralverband Gartenbau (ZVG) in seinem Pressedienst. Durch gemeinsame Anstrengung aller Betroffenen habe erreicht werden können, dass das hohe Mengenreduktionsziel von 50 Prozent aufgegeben wurde, dass die verpflichtende Vorabinformation des Nachbarn zur Pflanzenschutzmittelbehandlung und die Mindestabstände zu Gewässern entfallen sind. Ebenso habe erreicht werden können, dass Steuern und Abgaben auf Pflanzenschutzmittel nicht noch zusätzlich erfolgen werden. Der größte Erfolg ist nach Ansicht der Gemüsebau-Experten, dass es zukünftig in Europa die zonale Zulassung geben wird - eine langjährige Kernforderung der Bundesfachgruppe Gemüsebau. Zu kritisieren ist jedoch laut Bundesfachgruppenvorsitzendem Gerhard Schulz, dass bei den Cutt-Off-Kriterien der wissenschaftliche Ansatz verloren gegangen sei. Allerdings muss das EU-Pflanzenschutzpaket noch vom EU-Rat verabschiedet werden, heißt es weiter, und ein Termin dazu steht noch nicht fest. Zukünftig werde zwar innerhalb der EU eine verbesserte Harmonisierung erreicht. Fakt sei aber auch, dass dann Importe aus Drittländern mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden können, die in der EU nicht zugelassen sind, und unter Einhaltung der EU-Höchstmengen auf dem Tisch des EU-Verbrauchers landen dürfen. Dies führe zu Wettbewerbsvorteilen der Gemüseproduktion aus Drittstaaten. Diese Entwicklung und die neuen Anforderungen von einzelnen Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen (LEH) an die Zulieferer bereiteten dem Gemüsebau Sorgen. Denn die neuen Anforderungen dienen nicht dem Verbraucherschutz, sondern schüren die Verbraucherverunsicherung, so die Mitglieder der Bundesfachgruppe Gemüsebau. Sie seien sachlich und fachlich auch unter toxikologischen Gesichtspunkten in weiten Teilen nicht nachvollziehbar, stellte der Vorstand fest.