Pflanzenschutz

Gemüsepflanzen: Woher kommen Bakteriosen?

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Weshalb erkranken immer mehr Gemüsepflanzen an sogenannten Bakteriosen und was können Produzenten gegen diese Pflanzenkrankheiten unternehmen? Diesen Fragen ging ein dreijähriges Forschungsprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim unter Mitwirkung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) auf den Grund.

Bakteriosen an Gemüsepflanzen sind für die Produktion ein alter Bekannter. Foto: Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

Strategien zur Reduzierung von bakteriellen Krankheiten

Das Projekt „Strategien zur Reduzierung von bakteriellen Krankheiten im bayerischen Gemüsebau - Optimierung der Diagnosemethoden zum Erregernachweis“ ist mittlerweile beendet. Die Wissenschaftler führten bayernweit Versuche im Freiland, in Gewächshäusern in der Praxis und in den Versuchsgewächshäusern in Fürth und Freising durch.

So viel steht nach dem Projekt fest: Bakteriosen haben nie einen einzigen Auslöser, sondern mehrere. Außerdem muss das Zusammenwirken dieser Faktoren genau betrachtet werden. Der wohl wichtigste Punkt betrifft die Fruchtfolge beziehungsweise die Anbaupausen. Durch enge Fruchtfolgen und kurze Anbaupausen kommt es zu einer Ansteckung der Pflanzen. Mulchfolien erhöhen zum Beispiel die Gefahr der Glasigkeit. Hier verfärben sich einzelne Blattstellen durchsichtig bis glasig, was wiederum die Hauptursache von Bakteriosen an Salat ist, da geplatzte Zellen am Blattrand willkommene Eintrittspforten sind.

Die Forscher empfehlen zudem, keine Sommersorten im Herbst anzubauen. Denn resistente Sorten sind oft nur dann widerstandsfähig, wenn sie zur entsprechenden Jahreszeit angebaut werden.

Morgendliche Bewässerung kann Ausbreitung begünstigen

Einen weiteren Faktor stellt die rasche Ausbreitung kann die morgendliche Bewässerung dar. Denn so wird der Bakterienschleim einzelner befallener Pflanzen, der sich mit dem Tau vermischt hat, auf gesunde Pflanzen gespritzt. Starkregen, Hagel oder der harte Strahl eines Regners oder Rasensprengers liefern zwar die nötige Feuchtigkeit, schaffen aber auch die Eintrittspforten, die den Bakterien das Eindringen erleichtern.

Infiziertes Saatgut wird schon lange als Verbreitungsquelle diskutiert. Bei den durchgeführten Versuchen konnte allerdings kein zwingender Zusammenhang zwischen infiziertem Saatgut und einer Infektion auf dem Feld gefunden werden.

Bakteriosen wurden bereits in den 1920er Jahren festgestellt

Bakteriosen sind für Produzenten Altbekannte. Bereits in den 1920er Jahren traten die ersten Pflanzenkrankheiten mit den typischen Symptomen auf. Heute werden die Fruchtfolgen enger, die Phase der Vegetationsruhe wird kürzer, der Flächendruck steigt. Durch den Klimawandel werden günstige Bedingungen für Bakterien geschaffen und damit können explosionsartige Epidemien entstehen.