Pflanzenschutz

Glyphosat: Agrarminister blockt Protest ab

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Mit einer Protestaktion gegen Glyphosat ist heute die Bürgerbewegung Campact gescheitert. Geplant war, Bundesagrarminister Christian Schmidt am Rande eines Kongresses der Familienbetriebe Land und Forst im Berliner Westhafen mit verschiedenen Studien zur Krebsgefahr des Herbizids zu konfrontieren. Schmidt entzog sich der Diskussion allerdings, indem er den Hintereingang benutzte.

Bundesagrarminister Christian Schmidt plädiert für die Wiederzulassung von Glyphosat. Foto: BMEL/photothek.net/Joerg Sarbach

Schmidt verweigert Annahme von Studien zur Krebsgefahr von Glyphosat

Auch die Annahme der wissenschaftlichen Studien verweigerte der Bundesagrarminister. Bei einer ähnlichen Protestaktion von Campact im März hatte Schmidt argumentiert, dass nicht die Zahl der Unterschriften zähle, sondern die Qualität der Wissenschaft.

„Schmidt hat die Argumente anscheinend nicht verstanden. Denn gerade Wissenschaftler halten Glyphosat für krebserregend. Es ist beschämend, dass er nun die Annahme wissenschaftlicher Studien verweigert, die zeigen, wie gesundheitsschädigend Glyphosat tatsächlich ist“, zeigt sich Gerald Neubauer von Campact enttäuscht über die heutige Reaktion des Bundesagrarministers.

Agrarminister Schmidt befürwortet Wiederzulassung von Glyphosat

Schmidt gehört zu den Befürwortern von Glyphosat. Im März hatte der Bundesagrarminister der EU-Kommission einen Vorschlag zur Wiederzulassung des Herbizids auf Bundesebene vorgelegt. In einer öffentlichen Debatte im Deutschen Bundestag wollen die Abgeordneten am 12. Mai über die Wiederzulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffs abstimmen.

Auf EU-Ebene wird eine Entscheidung über die Erneuerung der Glyphosat-Zulassung in der kommenden Woche erwartet.