Pflanzenschutz

Glyphosat: Anwendung und Abgabe einschränken?

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Niedersachsens Verbraucherschutzminister Christian Meyer würde es begrüßen, wenn die Abgabe und Anwendung von Glyphosat deutlich begrenzt würde. Meyer äußerte sich während der Verbraucherschutzministerkonferenz diesbezüglich eindeutig.

Verbraucherschutzminister Christian Meyer möchte die Abgabe und Anwendung von Glyphosat begrenzen. Foto: Fotolia Meg Wallace

Glyphosat: Kein Einsatz auf öffentlichen Flächen?

Die Verbraucherschutzministerkonferenz habe den Bund und damit auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt „unmissverständlich aufgefordert, die Vergabe des Pflanzenschutzmittels mit dem Wirkstoff Glyphosat an Privatverbraucher und den Einsatz auf öffentlichen Flächen wie Parks und Spielplätzen zu verbieten“, wie das Ministerium für Verbraucherschutz mitteilte.

Wiederbewertung: Studien für und wider Glyphosat fließen ein

Glyphosat sei immerhin von der Weltgesundheitsorganisation als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft worden, argumentierte der Minister. Meyer: „Hier müsste der Bund die kritische Position der Verbraucherschutzminister übernehmen und verhindern, dass die Zulassung dieses Totalherbizids in der EU um weitere zehn Jahre uneingeschränkt und mit erhöhten Grenzwerten erfolgt.“ Ob der Wunsch des Ministers erfüllt wird, steht noch zur Debatte.

Dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist diese Forderung allerdings noch nicht konkret genug. Vielmehr müsse der Gesetzgeber aufgefordert werden, den Integrierten Pflanzenschutz weiterzuentwickeln, verbindlich vorzuschreiben und bei Verstößen entsprechende Sanktionen zu verhängen.

BUND: Komplettverbot von Glyphosat unmittelbar vor der Ernte

„Chemie muss hier wieder durch mehr guten Ackerbau ersetzt werden. Eine Intensivierung der diesbezüglichen Beratung ist dringend notwendig“, so Tilman Uhlenhaut, Agrarexperte des BUND Niedersachsen. In Anbetracht der weitverbreiteten Belastung von Menschen fordert Uhlenhaut zudem ein Komplettverbot für den Einsatz von Glyphosat unmittelbar vor der Ernte.

In die Wiederbewertung des Wirkstoffs Glyphosat, die im ersten Halbjahr 2016 ansteht, werden auch zahlreiche Studien einfließen, die eine gesundheitliche Unbedenklichkeit des Herbizids nahelegen.