Pflanzenschutz

Glyphosat: Anzeige gegen Monsanto, EFSA & BfR

Die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 hat Strafanzeige gegen den Glyphosat-Hersteller Monsanto, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gestellt. Begründung: Die von Monsanto eingereichten Studien und die Bewertungen der genannten Behörden würden angeblich ein mögliches Krebsrisiko durch das Herbizid verschleiern.

Vorwurf: Krebsstudien von Monsanto verschleiern Risiko von Glyphosat

Monsanto habe im Hinblick auf eine erneute Zulassung des von ihm hergestellten Herbizids Glyphosat in Europa im Mai 2012 beim BfR unter anderem fünf Krebsstudien an Mäusen eingereicht. Laut Global 2000 wurden in vier dieser fünf Studien allerdings „aufgrund ungeeigneter, nicht OECD-konformer Auswertungsverfahren signifikante Krebseffekte verschleiert“.

Mit Verweis auf eben diese Studien sei das BfR Ende 2013 zu dem Schluss gelangt, dass von Glyphosat kein Krebsrisiko ausgehe. Weil die Weltgesundheitsorganisation beziehungsweise die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) jedoch im vergangenen Jahr das Herbizid als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ einstuften, habe das BfR die von Monsanto eingereichten Studien erneut bewertet.

Glyphosat: Krebsbefunde irrelevant und zufallsbedingt?

„Das BfR stellte fest, dass eine OECD-Leitlinien-konforme Auswertung in allen Industrie-Studien signifikante, dosisabhängige Krebseffekte zum Vorschein bringt, um dann unter grober Verletzung der einschlägigen OECD-Leitlinie und fundamentaler wissenschaftlicher Prinzipien sämtliche dieser Krebsbefunde als irrelevant und zufallsbedingt zu verwerfen“, so der Vorwurf von Global 2000. Die EFSA habe die BfR-Schlussfolgerungen anschließend in ihrem Bericht übernommen.

Daher bestehe der Verdacht, dass die Industrie und die europäischen Behörden versucht hätten, das Herbizid trotz seiner wahrscheinlich krebserzeugenden Wirkung auf dem europäischen Markt zu halten, vermutet der Rechtsanwalt der österreichischen Umweltschutzorganisation, Dr. Josef Unterweger. Zudem sei bekannt, dass Monsanto bereits in der Vergangenheit falsche Angaben zu Glyphosat gemacht habe, so der Jurist.

Die Strafanzeige gegen den Pflanzenschutzmittelhersteller, das BfR und die EFSA wurde bei den Staatsanwaltschaften in Wien und Berlin eingereicht.