Pflanzenschutz

Glyphosat: EU-Behörde sieht kein Krebsrisiko

, erstellt von

Ist Glyphosat krebserregend oder nicht? Diese Frage wird von Experten heftig diskutiert. Die Europäische Chemikalienagentur ECHA ist jetzt zu der Überzeugung gelangt, dass von dem Herbizid kein Krebsrisiko ausgeht.

Die ECHA stuft Glyphosat als nicht krebserregend ein. Foto: Dusan Kostic

Nach Auffassung der EU-Behörde erfüllen die derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Studien nicht die Kriterien, um Glyphosat als krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsschädlich einzustufen. Allerdings, so bestätigt die ECHA, kann der Pflanzenschutzmittelwirkstoff schwere Augenschäden verursachen und wirkt zudem toxisch auf Wasserlebewesen.

IVA: Glyphosat-Einsatz muss für deutsche Landwirte weiter möglich sein

„Jetzt ist es an der Europäischen Kommission, die mehrfach verschobene Wirkstoffgenehmigung von Glyphosat zu erteilen“, so der kommissarische Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar, Dr. Dietrich Pradt. „Es geht auch um Deutschlands Glaubwürdigkeit in Europa. Vor allem aber geht es darum, Europas Landwirten weiter den Einsatz dieses wichtigen Herbizid-Wirkstoffs zu ermöglichen.“

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr die Zulassung von Glyphosat zunächst bis Ende 2017 verlängert. Die jetzt vorgelegte ECHA-Bewertung fließt in die Entscheidung über eine erneute Genehmigung des Herbizids mit ein.

Monsanto kann Unbedenklichkeit für Roundup nicht garantieren

Wie verschiedene Medien berichten, hat Donna Farmer, die führende Toxikologin von Monsanto, unterdessen eingeräumt, sie könne nicht sagen, dass Roundup keinen Krebs verursache, weil der Chemiekonzern keine entsprechenden Studien mit seinem Unkrautvernichter durchgeführt habe – aus dem simplen Grund, weil die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA keine solchen Studien für die Zulassung von Glyphosat, dem Hauptwirkstoff von Roundup, verlangt habe.

Kalifornien darf laut einem Gerichtsurteil als erster US-Bundesstaat jetzt sogar eine Warnung vor Krebs auf Roundup-Produkten anbringen. Monsanto hatte gegen dieses Ansinnen zunächst geklagt und argumentiert, entsprechende Warnhinweise würden Verbraucher vom Kauf abhalten und dem Unternehmen so großen finanziellen Schaden zufügen.