Pflanzenschutz

Glyphosat: EU-Bewertung geht in die nächste Phase

Bei der Neubewertung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat in der EU ist ein wichtiges Etappenziel erreicht, meldet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Deutschland, das in der EU als Berichterstatter für den Wirkstoff fungiert, hat den Entwurf des Bewertungsberichts an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) übergeben. Glyphosat erfüllt demnach die EU-Kriterien, womit die Voraussetzungen für eine weitere Genehmigung als Pflanzenschutzmittelwirkstoff vorliegen. 

Dem Bericht zufolge, der im Rahmen der EU-Neubewertung von Glyphosat nach intensiver und sorgfältiger fachlicher Prüfung aller neuen Erkenntnisse erstellt worden sei, gehen von Glyphosat keine Gefahren für die Gesundheit aus.

So wurde unter anderem festgestellt, dass keine fachlich fundierten Hinweise auf mutagene, krebserzeugende, reproduktionsschädigende, fruchtschädigende oder endokrinschädliche Eigenschaften vorliegen. Auch neige der Wirkstoff nicht zur Versickerung und die Toxizität für Bienen sei gering.

Bedenken bestehen jedoch in Hinsicht auf den Schutz der biologischen Vielfalt, da Breitbandherbizide wie Glyphosat auf den behandelten Kulturflächen auch diejenigen Pflanzen abtöten, die Insekten wie Schmetterlingen und Wildbienen Nahrung bieten. Damit könne auch die Nahrungsgrundlage von Feldvogelarten wie Rebhuhn und Feldlerche beeinträchtigt werden.

Deshalb empfiehlt der Bericht der Europäischen Kommission, die Genehmigung für Glyphosat mit der Maßgabe zu verbinden, dass die Mitgliedstaaten Maßnahmen ergreifen, um solche Effekte und nachteilige Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu reduzieren, schreibt das BVL.

In die Neubewertung flossen neben den bereits im ersten EU-Bewertungsverfahren verwendeten Unterlagen auch neue Studien ein, die die Antragsteller seit der ersten Bewertung von Glyphosat im Jahr 2002 vorgelegt hatten. Dazu hatten sich 24 Firmen zu einem Konsortium zusammengeschlossen und ein gemeinsames Dossier eingereicht. Beiträge kamen auch von Umweltverbänden und anderen Stellen. Darüber hinaus gingen mehr als 1.000 neue Veröffentlichungen zum Wirkstoff Glyphosat in die Bewertung ein, so das BVL. Ebenso wurden alle Studien geprüft, die in den letzten Jahren zu Diskussionen in der Öffentlichkeit und in den Medien geführt hatten.

Die EFSA wird den Bewertungsbericht voraussichtlich im Januar 2014 öffentlich zugänglich machen und das sogenannte Peer-Review-Verfahren einleiten. Dabei werden Wissenschaftler aus den Behörden der Mitgliedstaaten und der EFSA den Bewertungsbericht kritisch prüfen. Überdies wird im Rahmen einer öffentlichen Konsultation bei der EFSA jedermann die Möglichkeit zur Stellungnahme erhalten. Am Ende wird die EFSA die Ergebnisse des Peer Review in Form eines Gutachtens zusammenfassen. Der Bewertungsbericht zusammen mit dieser „EFSA-Schlussfolgerung“ wird dann die Entscheidungsgrundlage für die Europäische Kommission bilden. (ts/bvl)