Pflanzenschutz

Glyphosat: EU-Kommission vertagt Entscheidung

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Die weitere Zulassung von Glyphosat bleibt vorerst ungewiss. Medienberichten zufolge hat die EU-Kommission die Entscheidung darüber vorerst vertagt. Als Grund für den Aufschub wurde die fehlende Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten genannt. Vor allem Frankreich, Schweden und Italien hätten demnach Bedenken gegen eine erneute Zulassung des Herbizids geäußert.

Die EU-Kommission hat die Entscheidung über die erneute Zulassung des Herbizids Glyphosat vorerst vertagt. Foto: MegWallacePhoto/Fotolia

Die Bundesregierung habe sich den Berichten zufolge ebenfalls nicht auf eine Position in der Entscheidung über die erneute Zulassung von Glyphosat einigen können. Wie aus EU-Kreisen zu vernehmen sei, wolle sich Deutschland bei einer Abstimmung enthalten. „Es ist ein erstes Zeichen der Vernunft, dass die EU heute noch keine endgültige Entscheidung gefällt hat“, kommentierte Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel den Aufschub.

NRWs Umweltminister Remmel: Glyphosat weiteren Prüfungen unterziehen

„Die Meldungen und Studien der letzten Tage und Wochen haben eines gemeinsam, sie weisen Glyphosat in der gesamten Nahrungskette und damit auch im Menschen nach. Alleine dieser Fakt ist Anlass genug, um die Wirkung von Glyphosat auf den menschlichen Organismus und die Auswirkungen auf die gesamte Umwelt weiteren Prüfungen zu unterziehen“, so Remmel weiter.

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister, Dr. Till Backhaus. „Es sollte genau abgewogen werden, welche Konsequenzen eine Entscheidung für oder gegen Glyphosat für Mensch, Tier und Umwelt mit sich bringt. Schnellschüsse sind in dieser Frage nicht angebracht und würden die Öffentlichkeit, vor allem die Verbraucher, nur weiter verunsichern“, so der Minister.

Weitere flächendeckende Studien zur Risikobewertung von Glyphosat notwendig

Um ein wirklich umfassendes Bild über Glyphosat und die eventuell damit verbundenen Risiken zu erhalten, sind Backhaus zufolge weitere flächendeckende Studien notwendig. „Der Bund wäre daher im Vorteil, wenn er eine groß angelegte, unabhängige Studie hierzu in Auftrag geben würde“, so Backhaus‘ Empfehlung.

Ursprünglich war damit gerechnet worden, dass die EU-Staaten zu Beginn dieser Woche einer erneuten Zulassung von Glyphosat für weitere 15 Jahre zustimmen würden.