Pflanzenschutz

Glyphosat: Nachgehakt bei der Deutschen Bahn

, erstellt von

Die Diskussion um die Gesundheitsschädlichkeit von Glyphosat nimmt Fahrt auf. In Rheinland-Pfalz wird es keine Genehmigung vom Pflanzenschutzdienst für die Ausbringung von Glyphosat auf öffentlichen Flächen mehr geben. Die grüne und auch andere Branchen suchen nach wirksamen Alternativen. Um das Gleisbett von Pflanzenwuchs zu befreien, bringt die Deutsche Bahn rund 80 Tonnen derartiger Mittel jedes Jahr aus. TASPO Online sprach mit der Deutschen Bahn über Gründe und Alternativen.

Um das Gleisbett von Pflanzenwuchs zu befreien, verwendet die Bahn jährlich rund 80 Tonnen glyphosathaltige Mittel. Foto: Deutsche Bahn

Weshalb verwendet die Deutsche Bahn Glyphosat?

Wir setzen glyphosathaltige Mittel ein, da wir Sorge für einen sicheren Bahnbetrieb tragen. Vermehrter Bewuchs im Schotter des Gleisbetts führt dazu, dass dieser seine Elastizität verliert. Der Schotter muss elastisch sein, damit der Zug sicher und ruhig läuft. Wir versuchen Bewuchs, soweit es geht, mechanisch zu entfernen. An manchen Stellen ist das leider nicht möglich, vor allem im Gleisbereich zwischen den Schienen. Das würde sonst zwangsläufig zu einer Sperrung der Strecken führen, denn der Schotter müsste gereinigt und die Gleise dazu entfernt werden.

Die Deutsche Bahn zählt zu den Großabnehmern für glyphosathaltige Mittel, oder?

Jährlich bringen wir rund 80 Tonnen glyphosathaltiger Mittel aus. Das Schienenennetz ist mehr als 30.000 Kilometer lang. Die verwendete Menge entspricht ungefähr einem Prozent der in Deutschland jährlich verwendeten Gesamtmenge. Dennoch nehmen wir die Debatte um das Thema sehr ernst und befinden uns auf der Suche nach Alternativen.

Wie könnte eine solche Alternative aus Ihrer Sicht aussehen? Wie sehen die Pläne der Deutschen Bahn aus, sollte ein flächendeckendes Verbot für die Ausbringung glyphosathaltiger Mittel in Kraft treten?

Bislang sind glyphosathaltige Mittel zugelassen, wir befinden uns aber im Gespräch mit dem Bundesamt für Naturschutz, mit dem Eisenbahn- Bundesamt und der Industrie. Bisher gibt es schlicht keine wirksame Alternative. Wir warten darauf, wie sich die gesetzliche Lage und vor allem wie sich das Angebot an Produkten entwickelt, die als Ersatz für Glyphosat taugen.