Pflanzenschutz

Glyphosat: neue Studien bestätigen Risiken

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Wasser auf die Mühlen der Glyphosat-Gegner dürften die Ergebnisse mehrerer aktueller Studien sein, die allesamt die Umwelt- und Gesundheitsrisiken des umstrittenen Herbizids zu bestätigen scheinen. So haben etwa Forscher der amerikanischen Universität Indiana Hinweise dafür gefunden, dass Glyphosat die Schwangerschaftsdauer verkürzen kann.

Glyphosat kann zu verkürzten Schwangerschaften und damit zu negativen Auswirkungen für das Ungeborene führen, haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Foto: Pixabay

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler 71 schwangere Frauen untersucht. Bei 93 Prozent von ihnen ließ sich nicht nur Glyphosat im Urin nachweisen, auch konnten die Forscher einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer Belastung mit dem Pflanzenschutzmittelwirkstoff und einer verkürzten Schwangerschaft feststellen. Dies wiederum kann den Forschern zufolge lebenslange negative Auswirkungen für das Ungeborene haben.

Herbizid verantwortlich für Monarchfalter-Sterben

Das Center for Biological Diversity in Tucson/Arizona macht den Einsatz von Herbiziden und insbesondere von Glyphosat verantwortlich für den drastischen Rückgang des Monarchfalters. Um 80 Prozent habe sich dessen Population in den letzten 20 Jahren verringert, so die Erkenntnisse der Forscher, die unter anderem die Überwinterungsquartiere des Schmetterlings in Mexiko untersucht hatten. Dort etwa sei die Zahl der Falter von einer Milliarde auf nur noch 93 Millionen Exemplare geschrumpft.

Wissenschaftler in Südamerika wiederum testeten die Auswirkungen von Glyphosat auf Frösche und Fische. So zeigten sich bei den Kaulquappen bei gängigen Umweltkonzentrationen der Studie zufolge Veränderungen der Leber, wobei sich laut den Forschern das gebrauchsfertige Roundup als noch schädlicher als reines Glyphosat erwies. Und bei Fischen der Gattung Astyanax lacustris, die in Wasser mit Spuren eines glyphosathaltigen Herbizids schwammen, wurden die Spermien bewegungsunfähig oder starben sogar ganz ab.

Mehr Glyphosat in Erosionsstaub als im Boden

Wie argentinische Wissenschaftler außerdem zeigten, können Glyphosat und sein Abbauprodukt Aminomethylphosphonsäure (AMPA) vom Winde verweht werden. In Erosionsstaub, der von abgeernteten, offen daliegenden Feldern wehte, fanden die Forscher 247 Mikrogramm je Kilogramm Glyphosat und fast ebenso viel AMPA – 60 mal mehr als im Boden selbst, wie es in der Studie heißt.

Wie der Informationsdienst Gentechnik schreibt, liefern sämtliche Studien „neue Argumente dafür, den Wirkstoff in Deutschland Ende 2021 endgültig zu verbieten, wie dies Bundesumweltministerin Svenja Schulze forderte“.