Pflanzenschutz

Glyphosat noch bei drei Garten- und Baumärkten

Haben die großen Garten- und Baumärkte nach wie vor Glyphosat im Regal? Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat jetzt den Check gemacht. Das Ergebnis: Lediglich Dehner, hagebau und Hellweg verkaufen derzeit noch das in die Kritik geratene Herbizid. Als Konzentrat zum Selbstanmischen bietet nur noch Dehner Glyphosat an.

Die meisten Bau- und Gartenmärkte haben Glyphosat inzwischen aus dem Regal genommen. Foto: Katrin Klawitter

„Die Proteste der Verbraucher und die politische Diskussion wirken. Die Baumärkte zeigen Verantwortung dafür, dass Gärten und Balkone von gefährlichen Giften verschont werden“, kommentiert Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace, das aktuelle Abfrage-Ergebnis. Gleichzeitig fordert Huxdorff von Dehner, hagebau und Hellweg, Glyphosat aus ganz aus ihrem Sortiment zu nehmen.

Greenpeace: Glyphosat auslisten, solange gesundheitliche Risiken unklar sind

„Solange die gesundheitlichen Risiken von Glyphosat unklar sind, muss das Vorsorgeprinzip gelten. Es müssen umgehend alle Produkte ausgelistet werden, bei deren Gebrauch Menschen sehr wahrscheinlich in direkten Kontakt mit Glyphosat kommen“, so Huxdorff. Im vergangenen Jahr hatte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) das Herbizid als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Rückenwind erhält die Umweltschutzorganisation durch verschiedene Politiker auf EU- und Bundesebene, die in der aktuellen Diskussion um die Wiederzulassung von Glyphosat drastische Einschränkungen für dessen Anwendung fordern. So hatte sich etwa die SPD-Bundestagsfraktion dafür ausgesprochen, den Einsatz von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln in Haus- und Kleingärten generell zu verbieten.

Fast alle Bau- und Gartenmärkte haben Neonicotinoide ausgelistet

Ebenfalls abgefragt wurde von Greenpeace, wie viele Bau- und Gartenmärkte derzeit noch bienengefährliche Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Thiacloprid verkaufen. Hellweg hat solche Mittel noch als einziger Vertreter in den Regalen, will diese jedoch bis Ende des Jahres aus dem Sortiment nehmen. Alle anderen Bau- und Gärtenmärkte verzichten der Greenpeace-Abfrage zufolge bereits jetzt.