Pflanzenschutz

Glyphosat: Panikmache durch Umweltinstitut?

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Bier, angeblich des Deutschen liebstes Getränk, soll mit Rückständen des Pflanzenschutzmittels Glyphosat belastet sein. Das geht aus einem heute veröffentlichten Bericht des Umweltinstituts München hervor. Der Industrieverband Agrar (IVA) hat den Bericht allerdings umgehend als „Panikmache“ zurückgewiesen.

Die Diskussion um Glyphosat geht weiter. Foto: countrypixel/Fotolia

IVA: Umweltinstitut schießt in Glyphosat-Debatte Eigentor

In insgesamt 14 getesteten Biersorten hatte das Umweltinstitut Glyphosat-Spuren in Höhe von 0,5 bis maximal 30 Mikrogramm pro Liter Bier nachgewiesen. Um diese Zahlen greifbarer für den Laien zu machen, wurden diese Werte anschließend in Relation zum gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser gesetzt. Genau damit habe sich das Umweltinstitut München nach Auffassung des IVA ein „Eigentor“ geschossen.

„Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) müsste selbst von der Biersorte mit den höchsten gemessenen Glyphosat-Rückständen ein Erwachsener rund 1.000 Liter Bier – und zwar an einem Tag! – trinken, um die als unbedenklich geltende Aufnahmemenge zu überschreiten. Und in diesen Mengen genossen, wäre schon der Hauptbestandteil des Bieres – Wasser nämlich – mit Sicherheit tödlich, was die ganze Absurdität der Kampagne deutlich macht“, kritisiert der IVA.

Bauernverband: Diskussion um Glyphosat nüchtern führen

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Deutsche Bauernverband (DBV) und mahnt dazu, die Debatte zu Glyphosat-Rückständen im Bier sachlich zu führen. Außerdem sei zu beachten, dass die Anwendung des Pflanzenschutzmittels in Deutschland weder zur Vorerntebehandlung bei Braugerste, noch bei Hopfen zugelassen sei. 

Das Umweltinstitut München hingegen bleibt bei seiner Einschätzung und hat zeitgleich zur Veröffentlichung des Testberichts eine Online-Aktion gestartet, in der sich Verbraucher unter dem Slogan „Glyphosat raus aus dem Bier!“ direkt an die betreffenden Brauereien wenden können.