Pflanzenschutz

Glyphosat: Rückstände im Urin unbedenklich?

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Vergangene Woche veröffentlichte die Heinrich-Böll-Stiftung Messwerte zum Glyphosat-Gehalt im Urin von Kindern und Erwachsenen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt die vorgelegten Konzentrationen als gesundheitlich unbedenklich ein. Außerdem sei die Studie wissenschaftlich ungenau durchgeführt worden.

Aus Sicht des Bundesinstituts für Risikobewertung ist es nicht bedenklich, dass Konzentrationen von Glyphosat im menschlichen Urin auftauchen. Foto: Kara Fotolia

BfR: Glyphosatwerte im Urin bestätigen bisherige Forschung

„Diese sehr geringen Gehalte sind nach unserer Einschätzung erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff ist und folglich Rückstände mit der Nahrung aufgenommen und somit auch ausgeschieden werden können“, kommentierte BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel die veröffentlichten Ergebnisse der Untersuchung.

Glyphosat wird nicht von den Organen im Körper aufgenommen und deshalb durch den Urin ausgeschieden. „Das BfR hat vergleichbare Urinwerte in der Vergangenheit bereits wissenschaftlich bewertet und die Ergebnisse veröffentlicht.“ Rechne man die Urinwerte auf die täglich aufgenommene Menge an Glyphosat zurück, so zeige sich, dass die untersuchte Person mit dem höchsten Glyphosatgehalt von etwa 4 ng je ml Urin weniger als ein Hundertstel der täglich duldbaren Aufnahmemenge von 0,5 mg je Kilogramm Körpergewicht aufgenommen hat.

BfR kritisiert nicht eingehaltene wissenschaftliche Standards der Glyphosat-Studie

Die vom BfR kritisierte Studie wurde von einer Bürgerinitiative in Auftrag gegeben, während die Heinrich-Böll-Stiftung, die grüne politische Stiftung, die Ergebnisse veröffentlicht hat. Über 2000 Probanden nahmen teil. Laut Bundesinstitut wären bei der Durchführung wissenschaftliche Standards nicht berücksichtigt worden, wie zum Beispiel eine überwachte Ziehung der Proben oder ein tiefgekühlter Transport ins Labor. Denn so entstünden Verfälschungen und Verunreinigungen.

Das BfR sieht sich durch diese empirischen Daten trotz der Mängel der Untersuchung in seiner Auffassung bestätigt, dass selbst bei der empfindlichsten Gruppe der Kinder keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Aufnahme von Glyphosatrückständen über Lebensmittel zu erwarten sind.