Pflanzenschutz

Glyphosat: Verlängerung kurz vor knapp

, erstellt von

Die EU-Kommission hat heute offiziell die Zulassung von Glyphosat um 18 Monate bis Ende 2017 verlängert. Damit ist die Entscheidung in letzter Minute gefallen – morgen wäre die Zulassung des umstrittenen Herbizids auf EU-Ebene ausgelaufen.

Die EU-Kommission verlängert die Zulassung von Glyphosat bis Ende 2017. Foto: Stockr/Fotolia

Europäische Chemikalienagentur soll Bewertung von Glyphosat innerhalb von 18 Monaten vorlegen

In den 18 Monaten, die Glyphosat nun weiter auf dem Markt bleibt, soll die europäische Chemikalienagentur Echa ihre Einschätzung zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit des Herbizids vorlegen. Denn nach wie steht das Herbizid in Verdacht, Krebs zu erregen.

Bei der Bewertung des Krebsrisikos von Glyphosat sind sich die Behörden allerdings uneinig. Während unter anderem das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Lebensmittelaufsichtsbehörde (EFSA) den Pflanzenschutzmittelwirkstoff für gesundheitlich unbedenklich halten, hatte etwa die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Glyphosat: ZVG kritisiert konzeptloses Genehmigungsprozedere in Europa

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat unterdessen noch einmal das „konzeptlose Genehmigungsprozedere in Europa“ kritisiert. Statt die Genehmigung von Glyphosat für weitere 15 Jahre zu verlängern, wie es BfR und EFSA unter Einbeziehung wissenschaftlicher Studien übereinstimmend empfohlen hatten, hätten sich einige EU-Mitgliedsstaaten dem politischen Druck von Interessenvertretern und Nichtregierungsorganisationen gebeugt.

„Dieses Vorgehen bei der Neu- oder Wiedergenehmigung von Wirkstoffen auf europäischer Ebene sollte einmalig bleiben und nicht zum Präzedenzfall werden“, so ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer.