Pflanzenschutz

Glyphosat: Zulassung nur für sieben Jahre?

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Das EU-Parlament hat sich jetzt für die weitere Zulassung von Glyphosat ausgesprochen. Medienberichten zufolge soll der umstrittene Pflanzenschutzmittelwirkstoff nach Befürworten der EU-Abgeordneten allerdings nur sieben statt 15 Jahre auf dem Markt bleiben.

Nach dem Willen der EU-Parlamentarier soll Glyphosat künftig nur noch angewendet werden dürfen, wenn keine anderen Möglichkeiten zur Unkrautbekämpfung bestehen. Foto: Dusan Kostic/Fotolia

Mit der Resolution des EU-Parlaments sind demnach noch weitere Einschränkungen für den Gebrauch von Glyphosat verbunden. So soll die Kommission eine Liste von Beistoffen erstellen, die in dem Herbizid nicht mehr verwendet werden dürfen. Darüber hinaus wird die Kommission aufgefordert, einen Plan zu erstellen, um den Einsatz von Glyphosat generell zu verringern.

 

Glyphosat nur, wenn Unkraut nicht anderweitig bekämpft werden kann

Wie verschiedene Medien berichten, soll etwa der Einsatz des umstrittenen Pflanzenschutzmittels für Hobbygärtner sowie im kommunalen Bereich komplett verboten werden. In allen anderen Bereichen soll Glyphosat künftig nur noch dann eingesetzt werden, wenn keine anderen Möglichkeiten zur Unkrautbekämpfung bestehen.

An die endgültige Entscheidung über die Wiederzulassung von Glyphosat knüpfen die EU-Parlamentarier außerdem eine wirklich unabhängige Risikobewertung sowie die Offenlegung aller Unterlagen, wie etwa Die Zeit online schreibt. Außerdem müssten die eventuellen Risiken für die Gesundheit sowie Fragen des Tier- und Umweltschutzes deutlich besser berücksichtigt werden, als die EU-Kommission dies bislang geplant hatte.

 

Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren Auflagen für Glyphosat als nicht ausreichend

Wie das Magazin Focus online berichtet, haben Umwelt- und Verbraucherschützer die genannten Auflagen als nicht ausreichend zurückgewiesen. So würde ein Verbot von Glyphosat in Städten und Gärten keine großflächige Verunreinigung von Lebensmitteln, Wasser, Boden und Luft verhindern, eine Sprecherin von Greenpeace zitiert wird.

Der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Manfred Nüssel, hingegen sieht in der Resolution des EU-Parlaments einen sinnvollen Kompromiss. „Die Zulassung von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen ist Sache von kompetenten Fachleuten in unabhängigen und anerkannten Behörden. Sie darf nicht von Lobby-Gruppen jeglicher Couleur beeinflusst werden“, so Nüssel weiter.

Nachdem die EU-Mitgliedsländer und die Kommission Anfang März zu keiner mehrheitlichen Entscheidung über die Wiederzulassung von Glyphosat gekommen waren, soll diese nun spätestens im Mai fallen.