Pflanzenschutz

Gurken-Virus in Deutschland entdeckt

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Wie das Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ) mitteilte, ist es Wissenschaftlern in Braunschweig erstmalig gelungen, den sogenannten Gurken-Virus in Deutschland zu isolieren. Eine Ausbreitung des Virus in Mitteleuropa sei in Zukunft wahrscheinlich. 

Wissenschaftler befürchten in Zukunft die Ausbreitung des Gurken-Virus auch in Mitteleuropa. Foto: Alexey Hulsov / Pixabay

Unbekannter Befall von Gurkenpflanzen im Sommer 2019

Dem Pflanzenvirologe Dr. Wulf Menzel vom DSMZ in Braunschweig ist es laut Mitteilung gemeinsam mit Kollegen aus Nürnberg und Freising gelungen, erstmals das „Gurken-Virus“ Cucurbit aphid-borne yellows virus (CABYV) in Deutschland zu isolieren. Hintergrund der Forschung des Kollektivs waren Berichte von zahlreichen bayerischen Landwirten im Sommer 2019. Ihre Gurkenpflanzen waren mit einer nicht bekannten Krankheit infiziert. In den meisten Beständen lag die Infektionsrate bei bis zu 90 Prozent. Insgesamt sank der Ernteertrag durch den Befall um bis zu 50 Prozent. Die serologischen und molekularen Untersuchungen wiesen zweifelsfrei eine Infektion mit CABYV nach.

Gurkenvirus erstmals in den 1980er Jahren in Frankreich

Der Cucurbit aphid-borne yellows virus wurde erstmals im Jahre 1988 in Frankreich entdeckt. Betroffene und infizierte Gewächse waren damals Kürbisgewächse wie Gurken, Zucchini oder Kürbis. Eine Infektion führe demnach unter anderem zu Chlorophyllmangel und Blattverdickung und geht mit teils massiven Ernteeinbußen einher. Das Virus wird von Blattläusen übertragen und ist besonders im Mittelmeerraum verbreitet.

Etablierung des Virus auch in Mitteleuropa erwartet

Die Wissenschaftler gehen laut DSMZ-Mitteilung davon aus, dass sich CABYV auch in Mitteleuropa etablieren wird. „In der Zwischenzeit wurde das Virus auch beispielsweise in der Slowakei und Polen entdeckt“, stellt Dr. Wulf Menzel fest. „Da die Blattläuse die das Virus übertragen sowie natürliche Überwinterungswirte (verschiedene Unkräuter) des Virus bei uns heimisch sind, ist davon auszugehen, dass das Virus auch im nächsten Jahr die Bestände der Kürbisgewächse in Deutschland und weiteren Ländern im nördlicheren Europa bedrohen wird.“ Daher empfiehlt der Pflanzenvirologe effektive Präventionsmaßnahmen beim Anbau von Gurken und Co. im Gewächshaus, wie beispielsweise die Verhinderung von Blattlausbefall. Publiziert wurden die Ergebnisse der Wissenschaftler im New Disese Report, der online unter diesem Link verfügbar ist.