Pflanzenschutz

Handel mit illegalen Präparaten verurteilt: Ansehen der gesamten Branche darf nicht geschädigt werden

Pinneberg. Der Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) verurteilt in einer Mitteilung zum aktuellen Fall im Raum Pinneberg den Handel mit illegalen Pflanzenschutzmitteln und hebt zugleich hervor, dass das Ansehen der gesamten Branche nicht geschädigt werden dürfe.

So begleitet der Landesverband die aktuellen Ermittlungen im Fall des Handels von nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln im Kreis Pinneberg mit großer Sorge. Dabei wird gegen 39 mutmaßliche Abnehmer, wohl überwiegend Baumschulen, gegenwärtig ermittelt. Ob und wie viel verbotene Substanzen geliefert wurden, ist derzeit nicht bekannt, so der Landesverband zum bisher bekannt gemachten Ermittlungsstand.

„Wenn Baumschulen tatsächlich illegal gehandelt haben sollten, verurteilen wir dies auf das Schärfste“, betont Claus-Dieter Stoldt, Vorsitzender des BdB-Landesverbandes Schleswig-Holstein. „Das fehlende Unrechtsbewusstsein ist unverantwortlich, schädigt das Ansehen des gesamten Berufsstandes in der Öffentlichkeit und bringt letztlich unsere gesamte Branche in Verruf“, so Stoldt weiter.

In Schleswig-Holstein gibt es circa 440 Baumschulen, davon über 300 allein im Baumschulgebiet Kreis Pinneberg. 240 Betriebe sind Mitglied im BdB-Landesverband Schleswig-Holstein, davon gegenwärtig 165 als „Anerkannte Deutsche Markenbaumschulen“.

„Wir wissen, dass die allermeisten Betriebe sich beim Pflanzenschutz im Sinne der guten fachlichen Praxis verhalten, denn wir prüfen dies im Rahmen des Anerkennungsverfahrens“, verweist Dr. Frank Schoppa, Geschäftsführer des BdB-Landesverbandes, auf die Bemühungen des Verbandes zur Förderung eines nachhaltigen Pflanzenschutzes.

Schoppa betont dabei auch aktuelle Problemlagen für die Praxis: „Trotz beabsichtigter Harmonisierung der Pflanzenschutzmittel-Zulassung auf EU-Ebene bestehen Unterschiede in der Verfügbarkeit insbesondere zwischen Nachbarländern – dies häufig zum Ungunsten unserer Betriebe: wer soll das verstehen und der Praxis vermitteln? Hinzu kommt eine ansteigende Dynamik bei der Zulassung beziehungsweise der Nichtzulassung von Mitteln, die im Ganzen immer größere Anforderungen an die Überschaubarkeit und Selbstkontrolle erfordern“, kritisiert Schoppa.

Der BdB-Landesverband fordert die zügige Durchsetzung der Harmonisierung und betont die Bedeutung der zeitnahen Schließung von Bekämpfungslücken, damit der Baumschulwirtschaft geeignete und sichere Pflanzenschutzmittel für die vielfältigen Kulturen zur Verfügung stehen.