Höchste Ehrung im deutschen Pflanzenschutz vergeben

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Dr. Georg F. Backhaus bei der Eröffnung der Deutschen Pflanzenschutztagung in Hohenheim vor zwei Jahren. Foto: Robert Zech

Der frühere Präsident des Julius Kühn-Instituts (JKI), Dr. Georg F. Backhaus, wird in diesem Jahr mit der Otto-Appel-Denkmünze ausgezeichnet. Das Kuratorium zur Verleihung der höchsten Ehrung, die der deutsche Pflanzenschutz zu vergeben hat, würdigt damit die Verdienste des Gartenbau-Wissenschaftlers. „Die ‚große Familie des Pflanzenschutzes‘ in Deutschland hat Dr. Backhaus viel zu verdanken“, heißt es in der Begründung.

Vielfältiges und erfolgreiches Wirken um den Pflanzenschutz

„Dr. Backhaus hat sich in der Zeit seines vielfältigen und erfolgreichen Wirkens um den Pflanzenschutz äußerst verdient gemacht“, so das Kuratorium, das über die Verleihung der Otto-Appel-Denkmünze entscheidet. Der Gärtner und promovierte Gartenbau-Wissenschaftler habe durch seine Tätigkeiten im Pflanzenschutzdienst, als Institutsleiter und Präsident der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) sowie zuletzt als Präsident des Julius Kühn-Instituts „alle Sparten des Pflanzenschutzes gut gekannt und konnte somit auf deren Bedürfnisse fundiert eingehen“, wie das Kuratorium ausführt.

Ehemaliger JKI-Präsident ein „von allen Seiten anerkannter Brückenbauer“

Dabei sei Backhaus „stets um einen fairen Interessensausgleich zwischen den teilweise gegensätzlichen Positionen“ bemüht gewesen. „Mit einem guten Augenmaß für das fachlich Notwendige und gesellschaftlich Machbare verfolgte er zielstrebig die konsequente Weiterentwicklung effizienter und langfristig tragfähiger Pflanzenschutz-Konzepte. Seine Entscheidungen waren wissenschaftsbasiert und zeichneten sich stets durch eine hohe Sachkenntnis und Praxistauglichkeit aus. Seine umfassenden Erfahrungen im Bereich der  anwendungsbezogenen Wissenschaft, der Politikberatung und den behördlichen Aufgaben des Pflanzenschutzes machten ihn zu einem umsichtigen und fachkundigen Moderator in einem vielschichtigen Umfeld – vielfältig im Hinblick auf die zahlreichen Disziplinen der Phytomedizin und des Pflanzenschutzes, facettenreich aber auch im Hinblick auf die in diesem Sektor tätigen Akteure, angefangen von der Politik, den Ministerien und Behörden in Bund und Ländern, der Wissenschaft, der Wirtschaft bis hin zur Praxis“, heißt es in der Würdigung des Kuratoriums.

Backhaus habe als „von allen Seiten anerkannter Brückenbauer“ maßgeblich zum Zusammenhalt dieses heterogenen Sektors beigetragen. Darüber hinaus habe der ehemalige Präsident des JKI, der seit Januar 2019 im Ruhestand ist, bei den von ihm geleiteten jährlichen Sitzungen des Deutschen Pflanzenschutzdienstes und den alle zwei Jahre stattfindenden Deutschen Pflanzenschutztagungen „immer wieder entscheidende Impulse gesetzt und die Vernetzung gefördert“.

Backhaus bekommt Otto-Appel-Denkmünze erst 2021 überreicht

Während der Eröffnungszeremonie der Deutschen Pflanzenschutztagung wird in der Regel auch die Otto-Appel-Denkmünze an ihren jeweiligen Träger verliehen. Backhaus selbst hatte als federführender Organisator dieser größten Tagung zum Thema Pflanzenschutz im deutschsprachigen Raum und in seiner Funktion als Schirmherr des Kuratoriums zur Verleihung der Denkmünze diese Ehrung in der Vergangenheit an zahlreiche Würdenträger übergeben. Weil die diesjährige Pflanzenschutztagung in Göttingen aufgrund der Corona-Pandemie auf das kommende Jahr verschoben werden musste, erhielt Backhaus seine Auszeichnung zunächst nur schriftlich mitgeteilt. Persönlich überreicht werden soll ihm die Denkmünze nun auf der am 21. September 2021 in Göttingen stattfindenden 62. Deutschen Pflanzenschutztagung.