Pflanzenschutz

Importverbot ausgeweitet: Russland blockt nun auch deutsche Importe

Das von Russland gegenüber den Niederlanden verhängte Importverbot für Blumen gilt in erweiterter Form auch gegenüber Deutschland. Seit 15. November gilt ein zeitweiliges Importverbot für pflanzliche Erzeugnisse aus Deutschland. Verbreitet wurde diese Information über Nachrichtenagenturen wie Interfax aus Russland. Laut Dr. Karola Schorn vom Bundesverbraucherministerium gilt nach neuester Mitteilung der zuständigen russischen Behörde bis auf Weiteres ein Einfuhrverbot Russlands für alle Waren, für die bislang ein Pflanzengesundheitszeugnis verlangt wurde, also von Schnittblumen und Topfpflanzen über Baumschulware bis hin zu Getreide und Saatgut. Das erwähnte Importverbot bedeute außerdem, dass von deutschen Behörden keine Pflanzengesundheitszeugnisse oder Wiederausfuhrzeugnisse für Russland mehr ausgestellt werden können. Gegenüber Interfax begründete der Leiter des russischen Föderalen Veterinären und Phytosanitären Aufsichtsdienstes Sergej Dankwert in einer Agenturmeldung von afp auf www.terradaily.com die Maßnahme gegenüber deutschen Importen mit dem Auffinden von Thrips bei importierten Blumen in den vergangenen Wochen. Dr. Ralf Petzold, Leiter des Referates Pflanzenschutz im Bundesverbraucherministerium, berichtete in diesem Zusammenhang auch von einem Fall, in dem die Staatsanwaltschaft wegen Betruges ermittle. In diesem Fall sei bei einer Lieferung Schnittblumen nach Russland ein offenbar gefälschtes Pflanzengesundheitszeugnis verwendet worden. Wie aus einer aktuellen Meldung der Nachrichtenagentur AP zum Thema hervorgeht, sagte das Bundesverbraucherministerium den russischen Behörden eine zügige Aufklärung zu.