Pflanzenschutz

Insektensterben: NABU warnt vor dramatischen Folgen

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Die Zahl der Fluginsekten – wie Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen – ist allein in Nordrhein-Westfalen seit Beginn dieses Jahrtausends um rund 80 Prozent zurückgegangen. Das belegen die Untersuchungsergebnisse des Entomologischen Vereins Krefeld, die heute im Umweltausschuss des Bundestags vorgestellt wurden. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) warnt vor diesem Hintergrund vor einem dramatischen Insektensterben mit noch unbekannten Folgen.

Allein in NRW sind Fluginsekten wie die Hornissenschwebfliege in den letzten 15 Jahren um etwa 80 Prozent zurückgegangen. Foto: NABU

„Wenn uns die Fluginsekten fehlen, gerät die gesamte Nahrungskette in Gefahr: Blumen und Bäume werden nicht mehr bestäubt und Mauerseglern und Schwalben fehlt die Nahrungsgrundlage“, so Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen.

NABU befürchtet bundesweiten Rückgang der Fluginsekten

Angesichts der Beobachtungen in Nordrhein-Westfalen befürchtet der NABU, dass die Zahl der Fluginsekten auch in anderen deutschen Bundesländern zurückgehen könnte. Entsprechend fordern die Naturschützer, das Ausmaß und die Ursachen des dramatischen Rückgangs der Fluginsekten bundesweit schnell aufzuklären.

„Den Klimawandel oder besonders kalte oder warme Winter können wir ausschließen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Jedoch deute vieles auf eine weitreichende Vergiftung der Insekten als Ursache hin. Insbesondere Neonicotinoide stünden im Verdacht für das massenhafte Sterben der Fluginsekten.

NABU fordert bundesweites Insekten-Monitoring

Als Maßnahme plädiert der NABU für ein dauerhaftes bundesweites Insekten-Monitoring. Außerdem fordern die Naturschützer, kritische Insektizide intensiv zu überprüfen und diese erst wieder zuzulassen, wenn nachgewiesen sei, dass diese Stoffe keine schädigenden Auswirkungen auf die Ökosysteme haben.

Auch sei es wichtig, den ökologischen Landbau weiter auszubauen und vor allem in Schutzgebieten und ihren Pufferbereichen zu fördern, da auf diesen Flächen keine Pestizide eingesetzt werden dürfen.