Pflanzenschutz

Invasive Arten: EU-Verbotsliste zu „willkürlich“

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Die EU-Kommission ist mit ihrer Verbotsliste invasiver Arten gescheitert. Mit großer Mehrheit hat das EU-Parlament in der vergangenen Woche die Liste mit insgesamt 37 invasiven Arten, deren Verbreitung in Europa eingeschränkt werden soll, abgelehnt. Lutze von Wurmb, Vizepräsident der European Landscape Contractors Association (ELCA), begrüßt diese Entscheidung, weil die vorgelegte Liste zu kurz und zu willkürlich sei.

Invasiv und kaum mehr aufzuhalten: Riesen-Bärenklau. Foto: TwilightArtPictures/Fotolia

ELCA: EU-Verbotsliste erweitern und regional anpassen

So seien etwa Pflanzen in der von der EU-Kommission vorgelegten Verbotsliste enthalten, die insbesondere in klimatisch trockenen (Rand-)Gebieten Europas vorkommen und in einigen europäischen Regionen nur wenig relevant seien, kritisiert von Wurmb.

„ELCA befürwortet zwar eine europäische Regelung zu diesem Thema, da invasive Pflanzen sich nicht von Landesgrenzen aufhalten lassen. Die Verbotsliste muss aber erweitert und an regionale Besonderheiten angepasst werden“, fordert der Vizepräsident der ELCA.

Kritik der Landschaftsgärtner an EU-Verbotsliste aufgenommen

Um die Ausbreitung invasiver Arten wirkungsvoll einzudämmen, ist daher eine „pragmatische Lösung, die auch bereits verbreitete Pflanzen umfasst“ notwendig, findet auch Thomas Krämer, Referent für Europapolitik des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). Konkrete Vorschläge zur Erweiterung der Verbotsliste invasiver Arten hatten die Landschaftsgärtner bereits frühzeitig bei der EU-Kommission sowie Europa-Abgeordneten vorgelegt.

„Ich freue mich, dass nach dem Umweltausschuss nun auch das gesamte Parlament die Kritik der Landschaftsgärtner so deutlich aufgenommen hat“, so Krämer.