Pflanzenschutz

Invasive Arten: Kritik an EU-Kommissionsliste

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Die von der EU Kommission vorgelegte Liste mit insgesamt 37 invasiven Arten, deren Verbreitung in Europa eingeschränkt werden soll, stößt auf breite Ablehnung. Wie die Hortweek berichtet, haben sich nicht nur verschiedene Mitglieder des Europäischen Parlaments gegen ein umfassendes Verbot der in der Liste genannten invasiven Arten ausgesprochen. Auch ELCA-Vizepräsident Neil Huck übt Kritik an der Liste der EU Kommission.

Invasive Art: der Japanische Staudenknöterich. Foto: M. Schuppich/Fotolia

Zwar würden sowohl die European Landscape Contractors Association (ELCA) als auch die British Association of Landscape Industries (BALI) ein Verbot invasiver Arten unterstützen. Allerdings sei die jetzt vorgelegte Liste der EU Kommission längst nicht umfassend genug. Außerdem müsse sie Huck zufolge eine flexiblere Handhabung in den verschiedenen Gebieten der EU erlauben.

Invasive Arten: begrenzte Liste „absolut sinnlos“

„Eine gemeinsame Verbotsliste für die gesamte EU kann nicht funktionieren, denn was in einer Region als invasiv gilt, ist in einer anderen nicht-invasiv“, so Hucks Kritik. Darüber hinaus plädiert der Vizepräsident der ELCA für eine Verbotsliste, die sich beim Auftreten neuer Schädlinge jederzeit ergänzen lasse. „Eine Liste, die lediglich eine begrenzte Auswahl invasiver Arten umfasst, ist absolut sinnlos“, so Huck.

Ebenfalls bedenklich sei, dass die von der EU Kommission vorgeschlagene Verbotsliste weder den Japanischen Staudenknöterich (Fallopia japonica) noch den Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) beinhalte. Beide Arten verursachen Huck zufolge in Europa jedes Jahr Schäden in einer Höhe von rund zwölf Milliarden Euro.

Landschaftsgärtner und Baumschulen einbeziehen

Von der Verbotsliste seien diese beiden invasiven Arten wohl unter anderem ausgeklammert worden, weil ihre Verbreitung bereits außer Kontrolle geraten sei. Dem sei jedoch nicht so, wie Huck betont. Vielmehr würden strengere Vorschriften Grundstückseigentümer dazu zwingen, sich mit ihrem Auftreten auseinanderzusetzen.

Huck rief in diesem Zusammenhang dazu auf, sowohl die europäischen Landschaftsgärtner als auch betroffene Baumschulen in die zukünftige Entscheidungsfindung zur Begrenzung invasiver Arten einzubeziehen. ELCA und BALI werden Huck zufolge in jedem Fall ihre diesbezügliche Lobbyarbeit im Europäischen Parlament fortsetzen.