Pflanzenschutz

Japankäfer auch bald in Deutschland?

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Der meldepflichtige Japankäfer wurde erstmals nördlich der Alpen gefunden. Wie der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst der Schweiz mitteilte, fand man den Schädling im Raum Basel. Der Käfer strahle eine besondere Gefahr aus, da er über 300 Wirtspflanzen befalle.

Der Japankäfer zeichnet sich durch seinen typischen Skellettierfraß der Blätter und seine Merkmale wie goldgrün schimmerndes Halsschild und die weißen Haarbüschel aus. Foto: JKI

Japankäfer befällt über 300 Wirtspflanzen

Erstmals wurde in einer Insektenfalle bei Basel ein männliches Exemplar des gefährlichen Japankäfers Popillia japonica gefangen. In der EU hat der Käfer den Status eines meldepflichtigen prioritären Quarantäneschadorganismus. Einer besonderen Gefahr seien pflanzenproduzierende Betriebe und Händler ausgesetzt, da sich dieser aus Asien stammende Käfer von über 300 Gehölzarten verschiedener Gattungen ernährt. Zu den Wirtspflanzen gehören unter anderem neben Ahorn, Buche und Eiche auch Spargel, Tomate, Bohnen, Apfel, Kirsche, Pflaume, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren, sowie Weinreben. Auch vor Zierpflanzen wie Heide, Dahlien, Astern, Zinnien und Ziergehölzen wie Thuja, Flieder und Schneeball macht der Schädling keinen Halt. Hierzulande findet der Japankäfer keine natürlichen Gegenspieler und hat dadurch beste Überlebensbedingungen, weshalb von ihm eine so große Gefahr ausgeht und er aktuell die Behörden in Alarmbereitschaft versetzt.

Ausbreitung des Japankäfers

Der am 13. Juli 2021 in der Nähe des Güterbahnhofs in Basel gefundene Käfer sei vermutlich mit einem Güterzug aus Norditalien eingeschleppt worden. In der Schweiz konnte sich der Schädling bereits südlich der Alpen im Gebiet Tessin seit 2017 bereits ausbreiten (TASPO Online berichtete). In der Region Basel werden aktuell amtliche Maßnahmen ergriffen, um herauszufinden, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob sich der Schädling bereits unbemerkt im Raum Basel etablieren konnte. Der Fund liege nur fünf Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, weshalb man auch hierzulande gewarnt ist. Die Schweizer Behörden befürchten, dass eine komplette Tilgung des Japankäfers auf der Alpensüdseite aufgrund des anhaltend starken Einflugs aus Italien nicht mehr möglich sei. Eine Etablierung des Schädlings nördlich der Alpen solle allerdings unbedingt verhindert werden. In Deutschland gibt es ebenfalls Hinweise auf frühere Funde des Japankäfers, zuletzt 2014 bei Paderborn und 2018 bei Oberstdorf. Eine Ansiedlung fand hierzulande jedoch nicht statt.

Julius Kühn-Institut regelt Ausrottungsmaßnahmen

Markant bei einem Befall sei der Skelettierfraß. Der Käfer frisst demnach lediglich das Blattgewebe zwischen den Blattadern. Von heimischen Käfern unterscheidet sich der Japankäfer vor allem durch sein goldgrün schimmerndes Halsschild und seine fünf weißen Haarbüschel unterhalb der Flügeldecken. Leicht zu verwechseln sei der Schädling dennoch mit dem heimischen Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola). Verdächtige Käfer sollten in einem verschlossenen Röhrchen/Gläschen gesichert der jeweiligen Behörde zur exakten Bestimmung übergeben werden. In Deutschland ist das Julius Kühn-Institut mit sämtlichen Belangen rund um den Japankäfer beauftragt. Hier werden Monitoring- und Ausrottungsmaßnahmen geregelt. Die Einschleppungsgefahr werde als hoch eingeschätzt. Eier und Larven können in Erdballen von Baumschulware sowie im Substrat von getopften Pflanzen eingeführt werden. Besonderen Fokus lege man aktuell auf Rollrasen, da der Japankäfer seine Eier bevorzugt in Rasen ablegt.

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