Pflanzenschutz

Japankäfer erstmals in Deutschland aufgetaucht

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Der meldepflichtige Schadorganismus Popillia japonica wurde erstmals in Deutschland gesichtet. Wie das Regierungspräsidium Freiburg mitteilte, habe man den Japankäfer in einer Falle nahe des Bahnhofs Freiburg gefunden. Es besteht der Verdacht, dass der Schädling aus Italien eingeschleppt wurde.

Der gefährliche Schädling Japankäfer wurde erstmals in Deutschland gefunden. Foto: Olaf Zimmermann/ LTZ

Erster amtlich bestätigter Fund in Deutschland

Im Sommer dieses Jahres wurde der Japankäfer erstmals nördlich der Alpen in der Schweiz entdeckt, wie TASPO Online im August berichtete. Das männliche Exemplar des gefährlichen Schädlings wurde auch hier nahe dem Bahnhof von Basel in einer Pheromonfalle gefangen und stand ebenfalls in Verdacht, aus Norditalien mit dem Güterverkehr eingeschleppt worden zu sein. Anfang November besteht nun auch Gewissheit, dass das erste Exemplar seinen Weg nach Deutschland gefunden hat. Der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Freiburg habe demnach ebenfalls einen männlichen Japankäfer in einer Pheromonfalle in umittelbarer Nähe des Güterbahnhofs Freiburg aufgespürt. Dabei handelt es sich nun um den ersten amtlich bestätigten Fund eines lebenden Japankäfers in Deutschland.

Japankäfer befällt über 300 Arten

Für Pflanzenproduzierende Betriebe gehe eine besondere Gefahr von dem in der Europäischen Union als prioritärer Unionsquarantäneschädling eingestufter Schädling aus. Die ursprünglich aus Asien stammende Art könne demnach über 300 Gehölzarten verschiedener Gattungen befallen, dazu gehören Ahorn, Buche und Eiche, aber auch Spargel, Tomate, Bohnen, Apfel, Kirsche, Pflaume, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren, sowie Weinreben. Der Japankäfer ernährt sich zusätzlich auch von Zierpflanzen wie Heide, Dahlien, Astern und Zinnien und befalle zudem auch Ziergehölze wie Thuja, Flieder und Schneeball.

Einschleppung aus Italien vermutet

In der EU ist der Japankäfer dem Regierungspräsidium Freiburg zufolge bislang hauptsächlich auf den Azoren und in der Region um Mailand herum aufgetaucht. Im Sommer dieses Jahres setzte zunächst der Fund in Basel, erstmals nördlich der Alpen, die Behörden in der Schweiz, aber auch in den grenznahen Regionen Deutschlands in Alarmbereitschaft. Der Fund in Freiburg zeige aktuell, dass die Einschleppungsgefahr des Schädlings vor allem in Baden-Württemberg zunimmt. Die Behörden vermuten, dass der gefundene Japankäfer ebenfalls aus einem italienischen Befallsgebiet in der Nähe des Lago Maggiore über den LKW-Warenverkehr nach Freiburg gelangt ist. Zu Beginn der Flugzeit ab Mitte Mai werden daher die Überwachungsmaßnahmen am Fundort und anderen Risikostandorten intensiviert.

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