Pflanzenschutz

Klöckner: Glyphosat-Einsatz massiv einschränken

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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will die Anwendung von Glyphosat massiv einschränken. Für Hobbygärtner soll das umstrittene Herbizid künftig generell verboten sein, und auch für Gartenbau und Landwirtschaft sollen strenge Auflagen gelten.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will den Einsatz von Glyphosat in Zukunft drastisch reduzieren. Foto: BMEL/Thomas Trutschel/photothek.net

Klöckner: „Für Glyphosat braucht es Fachkenntnis“

Wie Klöckner gestern in Berlin erklärt hatte, will sie im Rahmen der Minimierungsstrategie für das Unkrautvernichtungsmittel schnellstmöglich einen Verordnungsentwurf auf den Weg bringen. Dessen Ziel ist es, „die Anwendung von Glyphosat so schnell wie möglich in einem EU-konformen Rahmen grundsätzlich zu beenden“, so Klöckner mit Verweis auf die entsprechende Vereinbarung im Koalitionsvertrag.

Der Verordnungsentwurf der Bundeslandwirtschaftsministerin beinhaltet unter anderem, die Anwendung von Glyphosat durch Hobbygärtner in Haus- und Kleingärten grundsätzlich zu verbieten. Denn: „Für Glyphosat braucht es Fachkenntnis“, so Klöckner.

Nur Profigärtner mit Sachkundenachweis dürften demzufolge das Herbizid noch in privaten Gärten anwenden – allerdings nicht uneingeschränkt, sondern nur, „wenn es erwiesenermaßen notwendig ist, also es keine Alternativen wie etwa mechanische Anwendungen gibt.“ Zudem fordert die Bundeslandwirtschaftsministerin Aufzeichnungen über die Anwendung.

Verbot in Parks und Sportanlagen

Ebenfalls untersagen will Klöckner den Einsatz von Glyphosat in öffentlich zugänglichen Parks und Sportanlagen sowie in der Nähe von Gewässern, um einen Eintrag des Herbizids zu verhindern. Hier gebe es bislang noch keine bundeseinheitliche Regelung. Mit einem deutschlandweiten Verbot der Glyphosat-Anwendung an Gewässern will die Ministerin derzeit noch bestehende Schlupflöcher schließen.

Auf landwirtschaftlich oder gartenbaulich genutzten Flächen will Klöckner den Einsatz des Herbizids „massiv einschränken“. Glyphosat dürfe nur noch dann angewendet werden, wenn genügend Saumstrukturen wie etwa Hecken existieren. Ausnahmen will die Ministerin zudem bei erosionsgefährdeten Böden und sogenannten Problemunkräutern wie Disteln oder Quecken zulassen. „Da gibt es in der Nacherntezeit bislang keine bessere Alternative – an der wir aber forschen“, so Klöckner.

Glyphosat-Anwendung nicht nach Lust und Laune

Ebenfalls erlaubt sein soll die Anwendung von Glyphosat, wenn die komplette Ernte in Gefahr wäre. „Aber auch nicht nach Lust und Laune, sondern nur unter ganz strengen Auflagen“, wie die Bundeslandwirtschaftsministerin gestern in Berlin erklärte. Dazu gehört, die Herbizid-Behandlung drei Tage vorab bei der zuständigen Behörde anzumelden, um entsprechende Kontrollen zu ermöglichen.

Keinerlei Ausnahmen soll es dagegen für Naturschutzgebiete geben, in denen der Einsatz von Glyphosat Klöckner zufolge künftig generell verboten sein soll. „Damit schützen wir sensible Ökosysteme“, so die Bundeslandwirtschaftsministerin.