Pflanzenschutz

Kommt eine Sondersteuer auf Pflanzenschutzmittel?

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Verschiedene Medien haben darüber berichtet, dass die Koalitionsparteien der zukünftigen Bundesregierung aktuell über eine Sondersteuer auf Pflanzenschutzmittel diskutieren. Der Deutsche Raiffeisenverband hat indes auch vor einer Sonderbesteuerung gewarnt.

Die Diskussionen um eine Sonderbesteuerung von Pflanzenschutzmitteln setzt den DRV erneut in Alarmbereitschaft. Foto: JerzyGorecki/ Pixabay

Ursprüngliche Absage in Sondierungspapier

Den Plänen für eine Sonderbesteuerung von Pflanzenschutzmitteln wurde in einem Sondierungspapier der Ampelkoalitionsparteien ursprünglich eine Absage erteilt. Wie verschiedene Medien nun berichten, sei die Diskussion in Teilen der absehbaren Regierungskoalition jetzt wieder aufgeflammt. Dass höhere Kosten für Pflanzenschutzmittel deren Einsatz verringern, hält der DRV allerdings für einen Trugschluss. „Vielmehr würden sich im Zuge stark steigender Kosten zahlreiche negative Nebenwirkungen ergeben, die dem verfolgten Ziel der Sondersteuer – der Erhalt der Biodiversität und der Schutz von Umwelt, Arten und Klima – diametral gegenüberstehen“, sagt DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers in einer Mitteilung.

Richtige Dosierung entscheidend

Der Verband verdeutlicht dabei, dass sich Schädlinge, Krankheiten und Pilzbefall ohne Pflanzenschutzmittel ausbreiten können und große Teile der Ernte in ihrer Qualität beeinträchtigen können oder gar in großen Teilen bis gänzlich vernichten können. Das gelte sowohl für den konventionellen Anbau, wie auch für die ökologische Produktion. „Entscheidend ist die richtige Dosierung. Davon hängt die Wirksamkeit ab. Bei Medikamenten kommt auch niemand auf die Idee zu fordern, dass die vom Arzt verschriebene Dosis reduziert werden könne“, führt Ehlers weiter aus.

Kooperative Ansätze weiter stärken

Weiterhin betont Ehlers, dass eine Sondersteuer der falsche Weg sei, auch wenn es die negativen Auswirkungen durch Pflanzenschutzmittel auf Biodiversität, Boden- und Wasserqualität zu reduzieren gelte. Es müsse vielmehr in Technik und resistente Züchtungen investiert werden. „Uns muss es gelingen, mit Hilfe neuer Technologien und der Digitalisierung Pflanzenschutzmittel punktgenau und zum optimalen Zeitpunkt aufzubringen. Damit kann die Menge deutlich reduziert werden. Notwendig ist eine schnelle Reaktionszeit der Landwirte – und ein verlässlicher Partner wie die Genossenschaften, die eine schnelle Lieferung der benötigten Wirkstoffe gewährleisten können.“ Hier müsse es gezielte kooperative Lösungen geben, da die Anschaffung dieser Technik sehr teuer sei. Weiter verdeutlicht Ehlers, dass durch eine Mehrbelastung das Höfesterben beschleunigt werde, da kleine Familienbetriebe nicht mehr rentabel wirtschaften könnten. „Dies kann nicht politisches Ziel sein.“

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