Pflanzenschutz

Kompetenz- und Beratungszentrum in Hamburg: Neubau für 24 Millionen

Am 21. November wurden im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft die Verträge zur Realisierung des Kompetenz- und Beratungszentrums am Standort Brennerhof in Hamburg von Dr. Bernd Egert, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation als wirtschaftlicher Träger, und Stefan Wulff von der Otto Wulff PPP Brennerhof GmbH unterzeichnet. Letztere übernimmt die Planungs-, Bau-, Betriebs-, Finanzierungs- und Instandhaltungsdienstleistungen.

Luftansicht des Kompetenz- und Beratungszentrums für Gartenbau und Landwirtschaft am Brennerhof mit Werkstatt (oben), Gewächshausanlage, neuem Gebäudekomplex (rechts) und dem „alten“ Haus des Gartenbaus. Zeichnung: Otto Wulff, PPP Brennerhof

Die Landwirtschaftskammer Hamburg wird flächenanteilig Hauptnutzer des Kompetenz- und Beratungszentrums. Damit ist eine weitere wichtige Etappe nach dem Bürgerschaftsbeschluss im Jahr 2007 erreicht. Der lange Zeitbedarf für dieses Verfahren sei im Wesentlichen der Ausschreibung und der Vergabe als Public-Private-Partnership-Modell geschuldet, hieß es auf einer Presseveranstaltung. Nach Fertigstellung werden auf dem Gelände rund um das Haus des Gartenbaus am Brennerhof rund 1.200 Quadratmeter für Seminarräume, Labore und Büros zur Verfügung stehen, darüber hinaus 2.600 Quadratmeter Gewächshausfläche, rund 800 Quadratmeter Lagerhalle und 6,5 Hektar Freilandfläche.

Einziehen werden dort der Pflanzenschutzdienst des Pflanzenschutzamtes Hamburg mit dem Versuchswesen, die Gartenbauberatung der Landwirtschaftskammer Hamburg sowie das Bildungs- und Informationszentrum des Gartenbaus der Kammer (BIG), die bisher am Standort Ochsenwerder Landscheideweg in Hamburg-Fünfhausen ansässig waren. Die neue Unterglasfläche wird je zur Hälfte genutzt werden von der Überbetrieblichen Ausbildung und dem Versuchswesen des Pflanzenschutzamtes. Beide Einrichtungen werden auch die Freilandflächen für Ausbildungszwecke und amtliche Pflanzenschutzversuche nutzen. Außerdem ist geplant, dort einen „Pflanzenkenntnisgarten“ anzulegen.

Die räumliche und organisatorische Bündelung der Ausbildungs- und Beratungsleistungen im Bereich Gartenbau und Landwirtschaft am Einfahrtstor zu den Vier- und Marschlanden, in direkter Nachbarschaft zum Haus des Gartenbaus, werde zu weiteren Synergieeffekten im Kammerbereich führen. Das betrifft unter anderem auch die Energiekosten der Kammer, die in Fünfhausen ihre Seminar- und Schulungstätigkeit in umgebauten Gewächshäusern untergebracht hatte.

Darüber hinaus werde Hamburg seine Aufgabe als Schwerpunkt „Pflanzenschutz“ innerhalb der Norddeutschen Kooperation der Gartenbaukompetenzzentren künftig auf wesentlich höherem Niveau leisten können.

Der geplante Einweihungstermin des neuen Kompetenzzentrums im März 2013 ist nicht ganz zufällig gewählt, denn im April beginnt die Internationale Gartenschau Hamburg 2013 (IGS 2013). Hier sieht Kammerpräsident Andreas Kröger erhebliche Synergieeffekte. Es sei aus seiner Sicht denkbar und anzustreben, dass das Kompetenzzentrum den Status eines IGS-Außenprojekts erhalte.

Stefan Wulff versicherte, den Zeitplan zielstrebig einhalten zu wollen und stellte die Vorteile der ganzheitlichen Betrachtungsweise eines Bauvorhabens für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudekomplexes heraus, insbesondere die Nachhaltigkeit durch den Bau eines hocheffizienten Gebäudes, den Einbau einer Holzpelletheizung sowie die Dachflächenbegrünung. Die Kosten des Gesamtprojektes bezifferte er für den Lebenszyklus des Gebäudekomplexes und die Gebäudeerstellung auf rund 24 Millionen Euro. (jen)