Pflanzenschutz

LTZ Augustenberg erstellt Verbreitungskarten für invasive Wanzen

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Invasive Schadorganismen können im Obst- und Gemüsebau erhebliche Schäden anrichten. Die EU veröffentlichte vor einiger Zeit eine Liste mit sämtlichen Quarantäneschädlingen, beim Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) ist man aktuell dabei, für die verschiedenen Organismen Verbreitungskarten zu erstellen.

Unter anderem von der Grünen Reiswanze, hier im Nymphenstadium, werden Verbreitungskarten angefertigt. Foto: alobenda / Pixabay

Kartierung der Wanzen als Vorwarnsystem

Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) und die Grüne Reiswanze (Nezara virdula) haben sich in den vergangenen Jahren zu bedeutenden Schaderregern im Obst- und Gemüsebau aufgebaut. Ihre Verbreitung tritt vor allem im Südwesten Deutschlands ins Gewicht, wo die Schädlinge erheblichen Schaden anrichten konnten. In der Schweiz und in Südtirol verursachten sie bereits Millionenschäden in der Produktion. Das LTZ Augustenberg kartiert im Rahmen eines Verbundprojektes mit dem Julius Kühn-Institut (JKI) und den Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) bundesweit das Auftreten dieser Wanzen, um durch Modellierung der zukünftigen Ausbreitung ein Vorwarnsystem aufzubauen.

LTZ Augustenberg bittet um Mithilfe

Laut LTZ treten beide Wanzenarten zunächst in städtischen Bereichen auf. Ihre Verbreitung auf landwirtschaftliche Flächen findet dann häufig durch Verschleppung statt. Die Schädlinge befallen bis zu 300 mögliche Wirtspflanzen. Verstärkt sei das Auftreten der Marmorierten Baumwanze am Trompetenbaum (Catalpa) und das der Grünen Reiswanze an Holunder (Sambucus) zu beobachten. Das LTZ Augustenberg bittet daher vermehrt zu aufmerksamen Kontrollen, besonders an diesen Gehölzen und erbittet entsprechende Fotomeldungen per E-Mail. Während die Marmorierte Baumwanze und ihre Larven an unscheinbare braune Käfer erinnere, sei die Grüne Reiswanze mit ihren bunt gepunkteten Larven sehr auffällig. Vergleichsfotos stellt das LTZ Augustenberg auf seiner Homepage zur Verfügung.

2020 wird geringeres Aufkommen erwartet

Im Vergleich zu den Vorjahren sei in diesem Jahr ein geringeres Auftreten dieser Wanzen zu erwarten, so das LTZ. Die Ausbreitung über den Rheingraben hinaus bis ins Ruhrgebiet und Funde der Marmorierten Baumwanze in München, Leipzig, Berlin und ganz aktuell auch in Göttingen zeigen aber dennoch deutlich, dass eine Invasion fortschreitet. Trotz der 2020 erwarteten geringeren Ausbreitung rechnet man beim LTZ Augustenberg auf lange Sicht auch in Deutschland mit starken Wanzenschäden in Obst- und Gemüsekulturen.

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