LTZ Augustenberg warnt vor Grüner Reiswanze

Veröffentlichungsdatum:

Die Grüne Reiswanze befällt auch Paprika und kann erheblichen Schaden anrichten. Foto: Olaf Zimmerman / LTZ

In einer Pressemitteilung hat das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in Baden-Württemberg vor dem Schädling Grüne Reiswanze gewarnt. Die Wanze sei mittlerweile über weite Teile Deutschlands verbreitet.

Verbreitung der Grünen Reiswanze in Deutschland

Die Grüne Reiswanze (Nezara viridula) breitet sich vor allem im Südwesten von Deutschland und im Raum Köln-Bonn immer stärker aus. Erstmals wurde der Schädling 1979 in Köln entdeckt und in den 1990er Jahren mehrfach auch in Baden-Württemberg festgestellt. Vermutlich stamme die Art aus Ostafrika und wurde weltweit durch den Handel verschleppt. Die Grüne Reiswanze profitiert vom Klimawandel, denn ihre Ausbreitung korreliert mit den milder werdenden Herbst- und Wintertemperaturen in Deutschland. Der Schädling befällt vor allem Gemüse und Strauchbeeren. Zudem ist die Wanze in städitschen Bäumen zu Hause und ist durch ihre grüne Farbe nur schwer aufzufinden. Die Grüne Reiswanze ist kein Quarantäneorganismus, da eine Ausrottung nicht mehr möglich sei, besagt die Mitteilung des LTZ. Die Verbreitung sei bereits in weiten Teilen Deutschlands, vor allem aber im Süden fortgeschritten.

Grüne Reiswanze entwickelt sich zu wichtigstem Schädling

Die Grüne Reiswanze überwintert als voll entwickeltes Insekt. Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr verlässt die adulte Wanze ihr Winterversteck und beginnt mit der Nahrungsaufnahme. Ab Mai paaren sich die Wanzen und die ersten Eiablagen erfolgen etwa Mitte Mai und damit etwas früher als bei der Marmorierten Baumwanze. Die Wanzen begeben sich in eine Winterruhe, wenn die Temperaturen geringer als 9 °C sind und die Taglänge weniger als 14 Stunden beträgt. Sie suchen ab Ende September einen Ort zum Überwintern, zum Beispiel in Ritzen und Spalten von Gemäuern, oder unter der Baumrinde. Laut Mitteilung sei zu erwarten, dass sich die Grüne Reiswanze zu einem der wichtigsten und auffälligsten Schädlinge entwickelt.

Erkennungsmerkmale der Grünen Reiswanze

Die Grüne Reiswanze gehört zu den Baumwanzen, oder auch Pentatomiden genannt. Die Tiere sind auch als „Stinkwanzen“ bekannt. Sie haben ein auffällig eckiges, fast käferartiges Aussehen, haben aber einen für Wanzen typischen Saugrüssel. Im Vergleich zu ähnlichen heimischen Wanzen zeigt sie Unterschiede, die sich mit dem bloßen Auge oder einer Lupe bereits feststellen lassen. Die Grüne Reiswanze hat hinter dem Halsschild eine Reihe von 3 weißen Punkten, die rechts und links jeweils von einem schwarzen Punkt begrenzt werden. Die Larvenstadien (Nymphen) sehen von rötlich über schwarz mit gelb-weißen Punkten und schließlich grün mit Flecken und bereits angelegten Flügeltaschen sehr variabel aus.

Wirtsspektrum und Schadbild

Die Grüne Reiswanze saugt an Blättern und Früchten von Pflanzenarten aus allen Kulturbereichen. Durch die direkte Schädigung von Früchten in fast allen Kulturbereichen hat die Reiswanze ein vergleichbares Schadpotential wie die Marmorierte Baumwanze. Zu den befallen Wirtspflanzen gehören Obstfrüchte wie Himbeere, Brombeere, Kiwi, Holunder, Apfel, Stachelbeere und Johannisbeere; Ackerfrüchte wie Soja, Bohnen, Mais und Kartoffel, aber auch jegliche Sorten von Gemüse. Auch vor Zierpflanzen und Kräutern macht der Schädling keinen Halt. Betroffen sind hier Hibiskus, Sonnenblume, Flieder, Malven, Rosmarin und diverse Stauden. Gefährdete Wirtspflanzen sind im Schwerpunkt Strauchbeeren, sowie Tomaten und Paprika. Saugschäden an reifenden Obstfrüchten sind von außen wenig zu erkennen. Unter der Schale entwickeln sich jedoch braune Stellen.

Wirtschaftlicher Totalverlust von Ernten

Ein starker Befall mit zusätzlichen qualitativen Schäden durch Wanzengeruch, der besonders an Himbeeren haften bleibt, kann wirtschaftlich zum Totalverlust der Ernte führen. Das Schadbild der Grünen Reiswanze kann im Obstbau mit dem von heimischen Arten wie der Rotbeinigen Obstbaumwanze verwechselt werden. Schäden durch die ebenfalls invasiv auftretende Marmorierte Baumwanze sind nicht durch Schäden der Grünen Reiswanze zu unterscheiden.

Bitte melden Sie Funde

Das LTZ Augustenberg erfasst die deutschlandweite Verbreitung der Grünen Reiswanze und bittet daher um Mithilfe. Falls eine Wanze entdeckt wurde, die der oben genannten Beschreibung entspricht, senden Sie ein Foto unter Angabe von Fundort und Datum per Mail ans LTZ.
Falls Sie unsicher sind, ob es sich um eine Grüne Reiswanze oder eine Grüne Baumwanze handelt, informieren Sie das LTZ trotzdem, auch Nachweise von Verwechslungsarten sind wichtig.

Cookie-Popup anzeigen