Pflanzenschutz

Maikäfer stehen regional vor dem Massenflug

Nach langjähriger Flaute sind wieder häufiger Maikäfer anzutreffen. Wie die baden-würtembergischen Regierungspräsidien mitteilen, wurden für dieses Jahr von der Forstdirektion in der Freiburger Behörde bereits Maßnahmen zum Schutz der naturnahen Mischwälder im Hardtwald zwischen Graben-Neudorf und Hockenheim/St. Leon-Rot eingeleitet. Ein vermehrter, massenhafter Flug der Baumlaub fressenden Käfer, die zuvor im Boden mehrere Jahre Entwicklung mit Wurzelfraß durchlaufen haben, wird für dieses Jahr außer in Baden-Württemberg auch in Hessen erwartet. Für beide Regionen hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wegen "Gefahr im Verzuge" ( § 11 Absatz 2 PflSchG) den Einsatz von Perfection (Wirkstoff Dimethoat) über die bestehende Zulassung hinaus für einen Zeitraum von 120 Tagen (ab 3. April) gegen Waldmaikäfer an Laubbäumen genehmigt. Nach den Angaben aus Baden-Württemberg ist Ende April mit dem Schwärmflug des Waldmaikäfers in erwähnten Gebieten zu rechnen. Um die dort erfolgten "umfangreichen Maßnahmen zur Überführung der Kiefernwälder in naturnahe Mischwälder nicht zu gefährden, ist in diesem Jahr ein Pflanzenschutzmitteleinsatz erforderlich", sagte Forstpräsident Meinrad Joos bei einem Pressegespräch.

Laut dem koordinierenden Einsatzleiter Christoph Göckel (Forstdirektion in Karlsruhe) soll nach intensivem Monitoring und einem fundierten Abwägungs- und Entscheidungsprozess der Pflanzenschutzmitteleinsatz Ende April per Hubschrauber auf rund 2.000 Hektar erfolgen. Naturschutzfachliche Restriktionsflächen werden ausgeklammert und die Maßnahme wird wissenschaftlich begleitet.

Im benachbarten Rheinland-Pfalz erwartet das Landwirtschaftsministeriums in diesem Jahr einen verstärkten Schwärmflug des Waldmaikäfers auf rund 800 Hektar. Diese Flächen befinden sich in Wäldern der Pfälzer Rheinauen (Gemeindewälder Bellheim und Lustadt). Eine Bekämpfung wird in diesem Bundesland bislang nicht als zwingend erachtet. Im Unterschied zu Baden-Wüttemberg liege man bei der Massenvermehrung des Insektes allerdings auch um acht bis zehn Jahre zurück.