Pflanzenschutz

Massiver Feuerbrandbefall

Großes Ausmaß und übergreifende Infektionen mit Feuerbrand beunruhigen die Obstanbauer am Bodensee, in Südbaden und am Neckar. Sie fordern dringend eine Verlängerung für den Streptomycin-Einsatz. Am Bodensee sind 500 bis 600 Hektar als stark infiziert eingestuft. Sanierungsmaßnahmen mit Arbeitsspitzen wie zu Erntezeiten belasten die Betriebe, die dadurch kaum Zeit für qualitätsfördernde Pflege, wie das Ausdünnen, finden. Die über das Strategiepapier mögliche Sondergenehmigung für das Antibiotikum läuft dieses Jahr aus. 2003 war das Strategiepapier in Gemeinschaftsarbeit von Bund, Verbänden, Instituten und dem Pflanzenschutz niedergelegt worden. Es bevorzugt eine Bekämpfung ohne Antibiotika. Eine Ausnahme bei "Gefahr im Verzug" beschränkt den Einsatz von Streptomycin zeitlich auf in der Regel 120 Tage, räumlich und auf drei Anwendungen. Die Freigabe erfolgt nur dann, wenn parallel dazu ein Monitoring beim Honig, Kontrollen und Prognosen sowie die Suche nach Alternativen laufen. Der Naturschutzbund NABU warnt vor vorschneller Rodung, insbesondere uralter Obst-Hochstämme. Möglicherweise entwickelten sich natürliche Resistenzen gegen Feuerbrand - Resis-tenzen gegen Streptomycin dagegen seien sehr wahrscheinlich. Der NABU mahnte abzuwarten, es werde bereits intensiv an biologischen Methoden zur Abwehr geforscht.