Pflanzenschutz

Mecklenburg-Vorpommern plant Vorgehen gegen Eichenprozessionsspinner

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In Mecklenburg-Vorpommern rüstet man sich aktuell gegen die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS). Im Bundesland sei die Population so stark angestiegen, dass Bekämpfungsmaßnahmen nötig seien.

Auf Land- und Bundesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern sind zahlreiche Eichen mit dem EPS befallen. Foto: Felix Mittermeier/ Pexels

Populationszunahme erfordert Maßnahmen

Im Mecklenburg-Vorpommern wird die Ausbreitung des EPS seit einiger Zeit akribisch überwacht. Zum Erfassen der Populationsentwicklung werden jährlich Nesterzählungen an jeweils 70 bis 80 Stand­orten im Südwesten des Landes durchgeführt. Besonders betroffen sei der Landkreis Ludwiglust-Parchim. Zuletzt wurde 2015 eine groß angelegte Bekämpfungsaktion durchgeführt, doch die Populationen erholten sich innerhalb der vergangenen Jahre begünstigt durch die letzten Jahrhundertsommer zusehends. Im letzten Jahr wurde an besonders betroffenen Straßenabschnitten eine mecha­nische Bekämpfung veranlasst, was nicht den erhofften Erfolg brachte. „Das Monitoring in 2020 ergab eine so starke Populations­zunahme, dass zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier jetzt zwingend Bekämpfungsmaß­nah­men vorzu­bereiten und einzuplanen sind“, betont Forstminister Dr. Till Backhaus die Notwendigkeit der Bekämpfung.

Bekämpfungsmaßnahmen zwischen Mitte April und Mai geplant

Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse des Monitorings und nach Einschätzungen von Gesundheitsexperten seien die Bekämpfungsmaßnahmen nun erneut nötig. Dabei plane man ein ähnliches Vorgehen wie bereits 2012 und 2015. Mit einem biologischen Insektizid, welches aus der Luft und vom Boden aus angewendet werde, sollen die Nester innerhalb eines eng gesteckten Zeitrahmens zwischen Mitte April und Mai bekämpft werden. Die Maßnahmen müssen dann, je nach Witterung, innerhalb von wenigen Tagen stattfinden.

Kosten werden auf rund 170.000 Euro beziffert

Insgesamt seien rund 350 Bäume von den chemischen Bekämpfungen betroffen. Diese Bäume befinden sich entlang 80 Kilometern Landes- und Bundesstraßen sowie 35 Kilometern Kreisstraßen. Neben der chemischen Bekämpfung seien aber auch mechanische Bekämpfungsmaßnahmen geplant, die an weiteren 175 Bäumen durchgeführt werden können. Dabei werden die kompletten Nester an den Bäumen entfernt. Demnach befinden sich die befallenen Bäume hauptsächlich außerhalb von bewohnten Arealen, ohne die geplanten Bekämpfungsmaßnahmen befürchte man allerdings eine Ausbreitung in Wohngebiete. Die sich belaufenden Kosten werden voraussichtlich insgesamt rund 170.000 Euro betragen. Hiervon übernimmt das Land Mecklenburg-Vorpommern rund zwei Drittel.

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