Pflanzenschutz

Mehr Kirschessigfliegen in Niedersachsen

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Der Befall durch Kirschessigfliegen in Niedersachsen nimmt zu. Wie die Landwirtschaftskammer mitteilt, haben die Fallenfänge in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Deshalb muss in den kommenden Wochen mit Befall in den späten Obstkulturen und an Pflaumen gerechnet werden. 

Hier ein männliches Exemplar der Kirschessigfliege. Seit August haben die Fallenfänge in Niedersachsen deutlich zugenommen. Foto: JKI Dossenheim

Kirschessigfliege aus Asien nach Europa eingeschleppt

Ursprünglich stammt die Kirschessigfliege aus Asien. Sie wurde 2008 nach Europa eingeschleppt und breite sich seither aus, wie Dr. Alexandra Wichura, Leiterin Sachgebiet Pflanzenschutz im Gemüse- und Obstbau an der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, in einem ausführlichen Artikel über den Schädling informiert.

Besonders problematisch ist die hohe Bandbreite potenzieller Wirtspflanzen. Vereinfacht gesagt stürze sich der Schädling auf jede Pflanze, die beerenartige Früchte ausbilde. Besonders gefährdet sind aufgrund der zunehmenden Populationsdichte im Spätsommer die spätreifenden Beerenarten wie Herbsthimbeeren, Brombeeren, Holunder und die Spätsorten von Heidelbeeren.

Schädling mit breitem Spektrum an Wirtspflanzen

Ebenfalls ein beliebtes Ziel von Kirschessigfliegen: Himbeeren, Brombeeren, Kirschen und Holunder. Aber auch Blaubeeren, Erdbeeren, Aprikosen, Stachel- und Johannisbeeren, Pflaume, Apfelbeeren sowie vorwiegend rote Weintraubensorten bevorzugt der Problemschädling.

In Niedersachsen wurde die Kirschessigfliege erstmals 2012 durch Monitoringfallen nachgewiesen. Im August 2014 habe die Populationsdichte sprunghaft zugenommen, wie die Expertin berichtet. Der milde Winter habe nun für ein hohes Ausgangspotenzial im Hinblick auf die aktuelle Saison gesorgt. Möglichkeiten zur Bekämpfung des Schädlings und zum Monitoring finden Sie im vollständigen Artikel von Dr. Alexandra Wichura auf der Webseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Eine der Einrichtungen, die aktiv an einer Bekämpfungsstrategie arbeiten, ist das Julius Kühn Institut Dossenheim. Aktuell fehlt es an wirksamen, flächendeckenden Methoden, die dem Schädling Einhalt gebieten können. In Bayern hat Landwirtschaftsminister Helmut Brunner im April 600.000 Euro Unterstützung für die Bekämpfung der Kirschessigfliege zugesagt.