Pflanzenschutz

Neue EU-Regelung für Citrusbockkäfer

Zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Anoplophora chinensis, dem Citrusbockkäfer, hat die EU zum 3. März 2012 neue Regelungen aufgestellt.

Der Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis). Foto: Günter Kortmann, LWK NRW

Wichtigste Änderung zu vorher ist die fachliche Unterscheidung zwischen Befund und Befall, wie Gerhard Renker vom Pflanzenschutzdienst Nordrhein-Westfalen in einer ersten Stellungnahme einschätzt. Die neue Entscheidung der EU sieht vor, dass die Einrichtung eines abgegrenzten Gebietes (Quarantänezone) dann entfallen kann, wenn die Ausbreitung des Schaderregers oder die Etablierung in der Umgebung ausgeschlossen werden kann oder durch entsprechend durchgeführte Bekämpfungsmaßnahmen verhindert werden konnte.

Wird der Befall mit dem Citrusbockkäfer als Auftreten mit der Gefahr der weiteren Ausbreitung festgestellt, gilt weiterhin die Regelung, eine Quarantänezone in einem Radius von zwei Kilometern und mit vierjähriger Dauer einzurichten und entsprechende Maßnahmen und strikte Kontrollen einzuleiten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Ein sofortiges Vernichten reicht nach der neuen Definition „Fund“ hingegen aus, wenn sichergestellt ist, dass sich der Schädling nicht verbreiten konnte. Diese Unterscheidung sei fachlich richtig, so Renker, um unnötigen Aufwand bei der Bekämpfung des Schädlings zu vermeiden.

Zweiter wichtiger Punkt ist das Importverbot von Acer aus China, das nach der neuen Regelung zum 1. Mai 2012 aufgehoben wird. Allerdings müssen umfangreiche Nachweise bei den Importen geführt werden, etwa ein Zeugnis über einen schadorganismenfreien Erzeugungsort in China, wie der Durchführungsbeschluss der EU ausweist.

Eine weitere Änderung betrifft die Liste der Wirtspflanzen für Anoplophora chinensis. Sie ist, wie die Stiftung Naktuinbouw feststellt, erweitert worden mit Cornus spp., Crataegus spp. und Rosa spp. In der alten Regelung sei Prunus spp. als Wirtspflanze aufgeführt gewesen, in der neuen ist nun explizit Prunus laurocerasus vermerkt.

Als Reaktion auf die neuen Regelungen haben die niederländischen Behörden die Pufferzone in Boskoop, die nach der Entdeckung von Ausfluglöcher und Larven des Citrusbockkäfers Ende 2009 angeordnet war, am 7. März aufgehoben. So informierte am 9. März die niederländische Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit (nVWA) die Produzenten in der Pufferzone.

Aufgrund der neuen europäischen Vorschriften können nach niederländischer Einschätzung Pufferzonen hinfällig werden, wenn es um einen isolierten, ausgemerzten Fund geht und der Organismus sich noch nicht verbreiten konnte. Weil es keine weiteren Funde gebe und wegen der vorgenommenen Bekämpfungsmaßnahmen könne die Pufferzone widerrufen werden. Für die Anbauer fielen nun die obligatorischen Inspektionen weg. Und auch der Pflanzenpass für Wirtspflanzen sei nicht mehr nötig. Wie die Stiftung Naktuinbouw ergänzt, wurden auch die Pufferzonen in Hoofddorp, Krimpen aan den Ijssel und Maasland aufgehoben. – hlw/rve –