Pflanzenschutz

Neue Fruchtfliegenart in Brandenburg

, erstellt von

Vor einer neuen Fruchtfliegenart in Brandenburg warnt aktuell der Pflanzenschutzdienst des Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF). Wie es heißt, wurden vor allem im Landkreis Teltow-Fläming in den vergangenen Tagen mehrere Exemplare der Sonnenblumenfruchtfliege an Gelbtafeln gefangen.

Quarantäneschädling: die Sonnenblumenfruchtfliege. Foto: LELF/Riedel

Brandenburg größter Sonnenblumenkern-Produzent

Die aus Nordamerika stammende Strauzia longipennis (Sonnenblumenfruchtfliege) gilt als Quarantäneschädling und wird in Brandenburg erst seit einigen Jahren nachgewiesen. Mit 12.000 Hektar Anbaufläche ist das Bundesland der größte deutsche Produzent von Sonnenblumenkernen. Deshalb ruft der Pflanzenschutzdienst des LELF zur Mithilfe bei der Bekämpfung des Schädlings auf.

Dabei gilt es zunächst, den Befall mit der Sonnenblumenfruchtfliege festzustellen. Mithilfe von Gelbtafeln, die in Baumärkten und Gartencentern erhältlich sind, können die Quarantäneschädlinge im Umfeld der Sonnenblumen gefangen und somit an der Vermehrung gehindert werden. Eine chemische Bekämpfung ist im privaten Anbau nicht erlaubt, während im kommerziellen Anbau einige Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von beißenden und saugenden Insekten zugelassen sind.

Die Flugzeit der erwachsenen Fliegen beginnt Mitte Juni und ist um den 20. Juli beendet. Der Flughöhepunkt liegt um den 5. Juli. Die Weibchen legen ihre Eier meist im oberen Drittel der Sonnenblumen ab. Die Schäden werden durch die gelblich-weißen Larven verursacht, die im Mark fressen.

Befall von außen nicht erkennbar

Da der Befall von außen nicht erkennbar ist, sollte ab Anfang August durch Schneiden des Sonnenblumenstängels in zehn Zentimeter lange Stücke und anschließendes Längsteilen der Stücke untersucht werden, ob sich Bohrgänge oder Larven im Mark des Stängels befinden. Bei starkem Befall ist kaum noch weißes Mark vorhanden.

Um die Überwinterung der Sonnenblumenfruchtfliege zu verhindern, empfiehlt der Pflanzenschutzdienst des LELF, die oberirdischen Teile der befallenen Sonnenblumen vor Mitte September nicht auf den Kompost zu bringen, sondern über den Hausmüll oder durch tiefes Vergraben zu entsorgen. Die Wurzelballen können unabhängig vom Erntezeitpunkt bis ins nächste Frühjahr am Aufwuchsort bleiben.

Larven können bei Kahlfrösten absterben

Die Larven verpuppen sich in zwei bis fünf Zentimetern Tiefe, häufig auch im Bereich des Wurzelballens. Sie können bei Kahlfrösten absterben. Wird der Wurzelballen im Frühjahr aus der Erde geholt, sollte er am Besten vor Ort ausgeschüttelt oder -gespült und die Resterde tief eingegraben werden. Aus den Puppen schlüpfende Insekten sterben so vor Erreichen der Bodenoberfläche ab.

Im Herbst, spätestens im Frühjahr sollten auf Flächen mit nachgewiesenem Befall Maßnahmen wie Mulchen/Schlägeln erfolgen, um die Wintersterblichkeit der in den obersten Bodenschichten ruhenden Puppen zu nutzen. Eine anschließende wendende Bodenbearbeitung befördert die restlichen noch lebensfähigen Puppen in tiefe Bodenschichten.